Das Hospiz

Leben im Haus Emmaus

Was ist ein Hospiz?

Hospize betreuen schwerkranke und sterbende Menschen und begleiten sie, ihre Zugehörige und Freunde in der Zeit des Abschieds und der Trauer.

Menschen, die vom Leben Abschied nehmen, möchten ihre letzte Lebensphase nicht allein verbringen. Hospize schaffen Bedingungen, unter denen es möglich ist, auch das Sterben wieder als Teil des Lebens anzunehmen und diesen letzten Weg bewusst zu gestalten.

Das Hospiz Haus Emmaus ist eine stationäre Pflegeeinrichtung.

Das Pflegemodell

Unsere Pflege orientiert sich am Sunrise-Modell, das die amerikanische Pflegewissenschaftlerin Madeleine Leininger entwickelt hat. Wir bemühen uns, möglichst alle Komponenten des Lebenshintergrundes unserer Gäste zu berücksichtigen: physische, psychische, soziale, ethische, kulturelle und spirituelle Aspekte werden in die ganzheitliche Zuwendung mit einbezogen. Zugehörige und Freunde der Gäste können auf Wunsch, und soweit es ihnen möglich ist, in Betreuung und Pflege mitwirken.

Unser Team

Es ist für alle Mitarbeitende eine besondere Herausforderung, Menschen in ihrer letzten Lebensphase zu begleiten. Deshalb sind im Hospiz nur solche MitarbeiterInnen tätig, die sich ganz bewusst für diese Aufgabe entschieden haben.

Zum multiprofessionellen Team gehören examinierte Pflegefachkräfte, ehrenamtlich Mitarbeitende, Fachpersonal aus Medizin und Seelsorge, Verwaltungkräfte, hauswirtschaftliches Personal, Physio-, Ergo-, Kunst- und MusiktherapeutInnen. Die Pflege und Betreeung es Gastes wird von hochqualifizierten Pflegefachkräften übernommen, die eine zusätzliche Weiterbildung im Bereich Palliative Care und in der Sterbebegleitung gemacht haben.

Hauswirtschaftlich Mitarbeitende bereiten individuelle Mahlzeiten für unsere Gäste zu. Die ehrenamtlich Mitarbeitenden besuchen regelmäßig unsere Gäste und unterstützen sie bei ihren alltäglichen Belangen.

Die medizinische Betreuung
Wir würden es begrüßen, wenn der Ihnen vertraute Hausarzt die Betreuung übernehmen könnte. Sollte dies nicht möglich sein, kann die medizinische Betreuung hier im Haus von uns organisiert werden.

Leben im Hospiz Haus Emmaus

Das Haus Emmaus bietet einen vertrauten Raum, in dem jede und jeder Einzelne bis zuletzt in Würde leben kann, ohne Angst, dass unerträgliche Schmerzen ihn quälen und dass sein Leben künstlich verlängert oder verkürzt wird. Aktive Sterbehilfe lehnen wir aus unserem ethischen und christlichen Selbstverständnis ab.

Unser Haus ist ein Ort der Begegnung und des Lebens. Hier wird gegessen und getrunken, gelacht und gefeiert, gehofft und gebetet, getröstet und liebevoll umarmt, viel gesprochen und zugehört. Aber auch Trauer und Zorn, Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung, Tränen und Klagen, Angst und Mutlosigkeit dürfen hier ausgesprochen werden und ihren Platz haben. Gemeinsam wollen wir den verbleibenden Tagen mehr Leben hinzufügen – nicht unbedingt dem verbleibenden Leben mehr Tage.

Lage und Ausstattung

Haus Emmaus liegt in einer idyllischen Grünanlage im Spilburgpark in Wetzlar. Es ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln und mit dem Auto gut zu erreichen.
Als moderne Pflegeeinrichtung bietet unser Haus eine familiäre Atmosphäre. Jedem Gast steht ein möbliertes Einzelzimmer mit TV-Anschluss, Telefon und Internetzugang zur Verfügung.

Jedes Zimmer verfügt über ein separates Bad, das mit dem Rollstuhl befahrbar ist. Durch eine Rufanlage ist das Pflegepersonal jederzeit erreichbar. Allen Gästen und ihren Besuchern gemeinsam stehen ein Wohnzimmer, ein Raum der Stille und eine große Terrasse zur Verfügung.

In unserem mediterran gestalteten Badezimmer hat der Gast die Möglichkeit, in einer Wohlfühlbadewanne ein Entspannungsbad zu nehmen. Angehörige und Freunde haben selbstverständlich die Möglichkeit, im Hospiz zu übernachten. Dies ist im Zimmer des Gastes oder in einem Appartement möglich. Auch die Mahlzeiten können, nach Voranmeldung, gemeinsam mit dem Gast oder in unserem Wohn-/Eßzimmer eingenommen werden.

Unser Betreuungskonzept

Der Gast steht mit seinen Wünschen und Bedürfnissen im Mittelpunkt unserer täglichen Arbeit. Jeder Gast wird individuell und ganzheitlich auf seinem letzten Lebensweg begleitet. Jeder soll sich angenommen, verstanden und seiner schweren Erkrankung entsprechend möglichst wohl fühlen.

Das Ziel palliativer Medizin und Pflege ist es, die Beschwerden zu lindern, vorhandene Möglichkeiten und Fähigkeiten des Erkrankten zu fördern und die verbleibenden Wünsche des Gastes zu berücksichtigen.

Eine gute Schmerztherapie, Symptomkontrolle und -behandlung stehen im Vordergrund der medizinischen Betreuung. Der Gast soll seinen letzten Lebensabschnitt selbstbestimmt und mit der ihm gemäßen Lebensqualität gestalten.

Überblick

Das Hospiz Haus Emmaus im kurzen Überblick

• 8 Einzelzimmer mit je einem Bett
• Jedes der 16-20 qm großen Zimmer verfügt über ein eigenes Badezimmer.
• Die Zimmer können nach persönlichen Wünschen mitgestaltet werden.

Das Haus Emmaus steht allen Menschen offen,
• die an einer unheilbaren Krankheit leiden und nach menschlichem Ermessen nur noch eine kurze Lebenserwartung haben,
• für die eine Krankenhausbehandlung nicht erforderlich ist, die aber eine spezielle palliativmedizinische Versorgung benötigen,
• deren Betreuung im häuslichen Bereich nicht möglich ist,
• deren Arzt die Notwendigkeit eines Hospizaufenthaltes bescheinigt,
• die unter den genannten Voraussetzungen die Aufnahme im Hospiz wünschen.
Verbessert oder stabilisiert sich der gesundheitliche Zustand eines Hospizgastes während seines Aufenthaltes, wird eine Entlassung angestrebt.
• Für die Erkrankten entstehen in der Regel keine Kosten.
• Die Kosten werden zu 95% von den Kranken- und Pflegekassen übernommen.
• Das Hospiz muss allerdings aufgrund einer gesetzlichen Regelung mindestens 5% der Kosten als Eigenanteil in Form von Spenden selbst aufbringen.

• Angehörige und Freunde sind jederzeit willkommen.
• Das Hospiz ist täglich 24 Stunden für Sie offen, soweit dies von unserem Gast erwünscht ist.
• Angehörige und Bezugspersonen können im Zimmer des Kranken in einem Zustellbett oder in einem separaten Angehörigenzimmer übernachten.

• 30 Mitarbeitende sind in Voll- und Teilzeit für Pflege, Hauswirtschaft und Verwaltung angestellt.
• Alle Pflegekräfte sind examinierte Fachkräfte und haben eine Zusatzqualifikation „Palliative Care“ abgeschlossen.
• Das hauswirtschaftliche Personal und die ehrenamtlich Mitarbeitenden haben einen Hospizhelferkurs absolviert, bzw. werden diesen noch abschließen.

Möglichkeiten, ehrenamtlich tätig zu sein:
• Sterbebegleitung
• Trauerbegleitung
• Beschäftigung mit dem Gast (z.B. spazieren gehen, vorlesen, Besorgungen erledigen usw.)
• Mitarbeit in der Küche
• Gartenarbeiten, Blumenpflege im Haus
• Einkauf
• Wäscheversorgung
• Reparaturarbeiten
• Büroarbeiten, Telefondienst
• Öffentlichkeitsarbeit
• Unterstützung bei Veranstaltungen
• Kuchen backen, etc.
Menschen, die sich ehrenamtlich betätigen möchten, können bei uns an einem Hospizhelferkurs teilnehmen.

• Die Gäste erhalten Wunschkost.
• Das Essen wird in unserer hauseigenen Küche zubereitet.
• Eine Extra-Küche kann auch von Gästen und Angehörigen, wenn sie es wünschen, genutzt werden.

• Wohn- und Esszimmer mit großer Veranda/Terrasse
• Raum der Stille
• Sozialraum/Besprechungsraum im Kellergeschoß

• zum Wohlfühlen, Entspannen und Genießen

sind in der benachbarten Hospiz- und PalliativAkademie vorhanden
• für Fort- und Weiterbildung
• für Kurse und Seminare
Die Seminarräume können nach Absprache auch von anderen Vereinen, Gruppen und Arbeitskreisen genutzt werden.

Gäste können Haustiere nach Absprache mit der Hospizleitung mitbringen.

Trauerbegleitung

Trauer ist eine spontane, natürliche, normale und selbstverständliche Antwort unseres Organismus, unserer ganzen Person, auf Verlust. Trauer erfasst den ganzen Menschen in seinem seelischen, körperlichen und sozialen Wohlbefinden. Trauer kann Mensch bewältigen, indem dieser durch sie „hindurchgeht“.

Trauer macht Angst. Trauer wird oft nicht zugelassen. Trauer ist keine Krankheit, aber sie kann krank machen. Trauernde sind aus diesem Grunde meist sich selbst überlassen, isoliert und einsam.

Lebensfördernde Trauer ist ein ungehinderter, befreiender Ausdruck des berechtigten Trauergefühls, welches uns einen guten Abschied und eine Neuorientierung für die Zukunft ermöglicht.

Sankt Walburgis Gemeinde
Gutleutstraße 3
35578 Wetzlar
Tel.: 06441/32207
Ansprechpartnerin: Frau Herrmann

Diakonie Lahn Dill – Ambulanter Hospizdienst
Langgasse 3
35576 Wetzlar
Tel.: 06441/9013 16
Ansprechpartnerin: Frau Ute Schmidt

Caritasverband Gießen e.V.
Alter Wetzlarer Weg 19
35392 Gießen
Tel.: 0641/7948170
Ansprechpartnerin: Frau Birgit Kurz

Hospizdienste Lahn-Dill GmbH
Stadionstr. 2
35683 Dillenburg
Tel.: 02771 – 814 85 66 oder 02771 – 814 85 64
E-Mail: info@hospiz-lahn-dill.de
Ansprechpartner: Herr Hartmut Uebach

Der Hospizdienst Lahn-Dill bietet seit November 2015 eine geschlossene Trauergruppe in Dillenburg an. Anmeldungen sind unter obiger Tel. Nr. möglich.

Leitung

Monika Stumpf
Monika Stumpf
Geschäftsführung, Hospizleitung
Tobias Gottschalk
Tobias Gottschalk
Ehrenamtlicher Geschäftsführer
Stephanie Wagner
Stephanie Wagner
Pflegedienstleitung, stellvertr. Hospizleitung
Annette Lepper
Annette Lepper
stellvertr. Pflegedienstleitung

Träger

Das „Haus Emmaus“ ist eine Einrichtung der gemeinnützigen Hospiz Mittelhessen GmbH.

Gesellschafter

• Stiftung „Alte Menschen in Not e.V.“ in Wetzlar
• Hospizdienste Lahn-Dill gemeinnützige GmbH, Herborn
• Diakonie Lahn-Dill e.V.
• Caritasverband Wetzlar/ Lahn-Dill-Eder e.V., Wetzlar
• Hospizverein Gießen e.V.
• Universitätsklinikum Gießen
• Lahn-Dill-Kliniken, Wetzlar