In eigener Sache...

...wir müssen und wollen unser Haus erweitern!

Über die Gründe, Möglichkeiten, Chancen und Kosten informieren wir Sie in diesem Flyer.

Bitte helfen Sie uns und den betroffenen Menschen in unserer Heimat durch Ihre Spende. Wenig oder viel, klein oder groß, jeder Euro und jede Aktion zum Spendensammeln hilft uns ein Stück weiter. 
Vielen Dank.

Und so soll er aussehen, unser Anbau:

 

An das bestehende Haus Emmaus (linker Gebäudeteil) wird ein Rundbau angegliedert, der unter anderem lichtdurchflutete Räume und Terrassen für stionäre Patienten und Tagesgäste bietet. (Quelle: Architekturbüro Keul und Müller)
Plan für einen Wohnzimmeranbau

50 000 Euro für einen soliden Anfang

So stellen sich die Planer die Gestaltung des Tageshospizes in Wetzlar vor: An das bestehende Haus Emmaus (hinterer Gebäudeteil) wird ein Rundbau angegliedert, der unter anderem lichtdurchflutete Räume und Terrassen für stationäre Patienten und Tagesgäste bietet. (Foto: Keul und Müller)

Die Stiftung „Alte Menschen in Not“ spendet zum 25. Geburtstag für das Tageshospiz im Haus Emmaus in Wetzlar

Von Uwe Röndigs

Was für eine Initialzündung: Mit 50 000 Euro unterstützt die Stiftung „Alte Menschen in Not“ den Aufbau des geplanten Tageshospizes im Haus Emmaus. „Wir hoffen, dass sich viele Spender zum Jahresende dieser Anschubfinanzierung anschließen“, hoffen Klaus-Jörg Mulfinger und Jürgen-Michael Blümel im Gespräch mit dieser Zeitung.

Mulfinger und Blümel setzen auf Nachahmer

Wenn an diesem Samstag Mitarbeiter und Ehrenamtliche zum 13. Hospiz-Forum Mittelhessen in Wetzlar zusammenkommen, darf erst einmal über diese gute Nachricht gejubelt werden. Das Hospiz ist schon im normalen Betrieb auf viele Spenden und Spender angewiesen – rund 100 000 Euro fließen jährlich in die Arbeit –, noch viel mehr jetzt bei den bevorstehenden Erweiterungen und dem neuen Konzept für das Tageshospiz. Was bis Ende 2020 auf dem Gelände der ehemaligen Spilburg entstehen soll, ist in Hessen einmalig. Es braucht aber auch gute 3,8 Millionen Euro. Damit das Projekt solide finanziert werden kann, sind ungefähr 300 000 Euro an Spenden vonnöten. Jetzt ist ein Anfang gemacht. „Wenn einer alleine träumt, ist es nur ein Traum. Wenn viele gemeinsam träumen, ist es der Beginn einer neuen Wirklichkeit...“ – was da so prosaisch auf der Homepage des Hospizes steht, haben die Aktiven der Stiftung „Alte Menschen in Not“ ernstgenommen.

Seit 25 Jahren gibt es die Stiftung nun schon, initiiert von Mitgliedern des Wetzlarer Lions Clubs. Schon immer waren die Mitstreiter um Professor Dieter Heinrich der Hospizarbeit sehr verbunden. „Mit einer Projektförderung von insgesamt etwa 500 000 Euro in all den Jahren ist das Hospitz der mit Abstand größte Empfänger von Mitteln aus der Stiftung“, bilanziert Mulfinger. Der Ertrag der Benefiz-Golfturniere seit 1998, die Heinrich organisiert hatte, spülten in all den Jahren für das Hospiz bestimmte Spenden in einer Höhe von 200 000 Euro in die Kassen, ergänzt Blümel.

Dass das möglich wird, dazu braucht man Kapital. Margarita Fischer aus Ehringshausen legte mit ihrer Zuwendung in Höhe von 350 000 Euro einen Grundstein. Heute beträgt das Stiftungskapital immerhin 1,3 Millionen Euro. Damit lässt sich – auch bei niedrigen Zinsen – einiges machen: Neben den Hospiz-Spenden kamen auch die Alzheimer-Stiftung wie auch die Tafel in Niedergirmes in den Genuss von Zuwendungen. Jedes Jahr können Lions-Mitglieder persönlich Weihnachtsspenden überreichen, im Jubiläumsjahr an insgesamt 50 bedürftige Senioren.

Zurück zum Traum, der Wirklichkeit werden soll: Noch gibt es den 800 Quadratmeter großen Anbau auf zwei Etagen nur auf dem Plan; viel muss noch gearbeitet werden, viel Geld wird benötigt. Aber es ist nicht mehr weit, dann können die Patienten morgens gebracht werden und die Nacht wieder zu Hause verbringen. Vor allem die Angehörigen, für die die Pflege eine große emotionale Belastung darstellt, werden entlastet. Erfahrenes Personal kann die Betreuung auf der schwierigen letzten Wegstrecke sicherstellen – und dann wird der Erfolg des Tageshospizes für viele Menschen vielleicht ganz normal sein.

Wetzlarer Neue Zeitung, 09. November 2019, Seite 13

Auf dem Weg zum Tageshospiz

An das bestehende Haus Emmaus (hinterer Gebäudeteil) wird ein Rundbau angegliedert, der unter anderem lichtdurchflutete Räume und Terrassen für stionäre Patienten und Tagesgäste bietet. (Quelle: Architekturbüro Keul und Müller)

Bauarbeiten am Haus Emmaus beginnen / Projekt ist in Hessen bislang einzigartig
Von Manuela Jung

Der Weg ins Hospiz ist für viele schwer: Für die Menschen, die schwerstkrank sind und denen vielleicht nur noch wenige Wochen bleiben. Aber auch für die Angehörigen, die sich verpflichtet fühlen und nur langsam loslassen können. Auf sie will das Haus Emmaus zugehen: Angegliedert an das stationäre Hospiz, soll bis Ende 2020 das erste Tageshospiz hessenweit entstehen.

„Wir hören immer wieder davon, wie Familien das schlechte Gewissen plagt, einen geliebten Menschen für seinen letzten Lebensabschnitt einem Hospiz anzuvertrauen“, sagt Stephanie Wagner. Die stellvertretende Hospizleiterin hat in den vergangenen Jahren mit unzähligen Angehörigen gesprochen, und immer wieder kam die Frage nach der Möglichkeit einer Tagespflege auf.

Der Gedanke wurde von den Hospizmitarbeiterinnen bereits vor mehr als 15 Jahren bei einem Hospizbesuch in der Partnerstadt Colchester aufgegriffen, jetzt ist die Umsetzung endlich zum Greifen nah. In diesen Tagen rollen die Bagger an, die die Baugrube für das erste Tageshospiz in Hessen ausheben. Laut Hospizleiterin Monika Stumpf soll der 800 Quadratmeter große Anbau auf zwei Etagen, wenn alles gut geht, bereits Ende kommenden Jahres fertiggestellt sein, sodass er im Frühjahr 2021 seiner Bestimmung übergeben werden kann.

Zwei weitere Plätze im stationären Bereich werden zu den bestehenden acht Zimmern hinzukommen. Durch eine Umstrukturierung werden schließlich im Alt- und im Neubau je fünf Betten für die Pflege und Betreuung schwerstkranker Menschen zur Verfügung stehen. „Das war uns ein großes Anliegen“, sagt Monika Stumpf, „immer wieder können wir betroffene Menschen nicht sofort aufnehmen, weil das Haus voll belegt ist. Das ist für uns ein belastendes Gefühl.“

Das Herzstück des Projekts bleiben für die Kolleginnen aber die vier Plätze, die der teilstationären Pflege dienen sollen. Die Idee: Die Patienten werden morgens gebracht und können die Nacht wieder zu Hause verbringen. „Damit entlasten wir vor allem die Angehörigen, für die die Pflege eine große emotionale Belastung darstellt“, sagt Dr. Margit Wille. Die Ärztin weiß, dass Angehörigen gerade die medizinische Versorgung oft schwer fällt. Mit der Realisierung des Tageshospizes könnten all diese Dinge während des Aufenthalts von erfahrenem Personal erledigt werden.

Für Dr. Birgitta Killing, Chefärztin für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin an den Lahn-Dill-Klinken in Wetzlar, ärztliche Leiterin des Palliative-Care-Teams Lahn-Dill (SAPV) sowie Leiterin des Onkologischen Zentrums Lahn-Dill, ist es von zentraler Bedeutung, Patienten zur weiteren Versorgung ins Hospiz Haus Emmaus zu verlegen. „Für die hochwertige Versorgung unserer schwerkranken Patienten ist eine eng verzahnte Versorgungskette unbedingt notwendig“, weiß sie. „Neben dem hochprofessionellen Versorgungsansatz fühlen sich die Patienten im Hospiz Haus Emmaus auch emotional sehr gut aufgehoben. Auch die Einrichtung von teilstationären Hospizbetten ist ein Gewinn. Diese Form der Versorgung ist bisher in Deutschland deutlich unterrepräsentiert. Vorteile für den Patienten sind eine hochprofessionelle Versorgung tagsüber und die Möglichkeit, abends in ihr häusliches Umfeld zurückzukehren.“ Wichtig sei auch, dass eine solche Versorgungsstruktur auch die Begegnung mit anderen Betroffenen ermöglicht. „Dies wirkt der Isolation der schwerkranken Patienten entgegen.“

Monika Stumpf sieht in dem Miteinander einen entscheidenden Vorteil: „Oft kommt mit der schweren Erkrankung bereits der soziale Tod“, sagt sie. „Die Besuche von Freunden und Bekannten werden weniger, manche sind so schwach und können die Wohnung nicht mehr verlassen, andere trauen sich nicht, weil sie möglicherweise entstellt sind. Hier bieten wir ihnen einen geschützten Raum, in dem sie sich vor niemandem schämen müssen und Menschen um sich herum haben, die sich in der gleichen Lebensphase befinden.“ Es können Fragen gestellt und Dinge miteinander besprochen werden bei denen zu Hause vielleicht der Mut fehlt.

Entlastung, Geborgenheit und endlich wieder ein bisschen mehr Freiraum – es sind viele Vorteile, die mit einem Tageshospiz einhergehen; die dafür sorgen, dass sich Menschen auf ganz andere Weise mit dem Thema Tod auseinandersetzen können: „An ein teilstationäres Hospiz trauen sich die Leute eher heran, weil es weniger endgültig ist“, glaubt Stephanie Wagner, „für sie bietet es die Möglichkeit, Fragen zu stellen und hilfreiche Antworten zu bekommen. Die Angehörigen haben aber auch zu Hause endlich wieder die Möglichkeit, für sich etwas Freiraum zu schaffen, zum Beispiel für einen Arztbesuch oder für einen Stadtbummel. Aufgrund der Belastung ist ihnen das lange Zeit gar nicht mehr möglich, weil sie immer funktionieren müssen.“ Für berufstätige Angehörige habe diese Form der Pflege zudem den großen Vorteil, dass sie den kranken Partner wohlbehütet wissen und die finanzielle Situation der betroffenen Familie erst einmal gesichert ist. Schließlich werden die Kosten zum Teil von den Kranken- und Pflegekassen übernommen.

Es ist ein rund 3,8 Millionen Euro schweres Projekt, aber ein Projekt, das sich auszahlen wird – für die gesamte Gesellschaft. Schließlich könnte jeder einmal davon profitieren, als Angehöriger oder als Patient, der sich einen würdevollen letzten Lebensabschnitt wünscht und sein Zuhause dafür nicht in Gänze aufgeben muss.

Für das Projekt noch viele Spenden sammeln

Fünf Zimmer für die stationäre Pflege, fünf Gästezimmer inklusive Terrassen, die sogar mit dem Krankenbett erreichbar sind, ein Wohnzimmer, eine große Küche und eine ganze Reihe Mehrzweckräume – all das wird in gut einem Jahr Bauzeit ein Gesicht erhalten. Auch ein Büro für „Charly und Lotte“ – das Projekt für Kinder und Jugendliche, die einen geliebten Menschen verloren haben – soll im Neubau Platz finden.

Damit das gelingen kann, hat das Hospiz ein entsprechendes Darlehen aufgenommen. Und dennoch: Spenden in Höhe von 300 000 Euro sind zusätzlich nötig, damit das Bauvorhaben restlos realisiert werden kann: „Einen großen Teil können wir über die Refinanzierung der Kranken- und Pflegekassen stemmen“, erläutert Monika Stumpf. „Allerdings müssen wir generell für fünf Prozent der Pflegekosten aufkommen. Das sind bei künftig zehn Betten 130 000 Euro pro Jahr, zusätzlich zu den Baukosten.“ Sie und Stephanie Wagner setzen daher auf die große Spendenbereitschaft aus der Bevölkerung: „Wir nehmen ein hohes Risiko auf uns, weil es sich lohnen wird. Bisher hat uns die Bevölkerung nie im Stich gelassen.“

Wetzlarer Neue Zeitung, 14. Oktober 2019, Seite 9

 

 

Hospiz-Leiterin Monika Stumpf ist zuversichtlich, dass das richtungsweisende Projekt mit Hilfe der Öffentlichkeit gestemmt werden kann. (Archivfoto: gewobau)
Palliativ-Ärztin Dr. Birgitta Killing weiß, dass im Hospiz eine hochprofessionelle Versorgung gewährleistet wird. (Archivfoto: Lothar Rühl)
Stephanie Wagner, Pflegedienstleiterin und stellvertretende Leiterin des Hospizes, sieht viele Vorteile für Gäste und Angehörige. (Archivphoto: pic)

Platz schaffen für die Baumaschinen

Chefs, Azubis und die Hospizleitung machen den Anfang für die Erweiterung von Haus Emmaus. Vorne v.l. Steffen Schnorr, Markus Wack, Alexander Fleichler, Monika Stumpf, Stefan Zienert, Alexander Haak und Stephanie Wagner.

 

16 Lehrlinge aus zehn Betrieben bereiten ehrenamtlich das Gelände am Haus Emmaus vor

Von Heike Pöllmitz

„Jetzt geht’s richtig los“, freute sich Monika Stumpf, Geschäftsführerin der Hospiz Mittelhessen gGmbH. Gemeint war der Startschuss für die 3,8 Millionen teure Baumaßnahme, mit der das Haus Emmaus mehr Platz und Möglichkeiten bekommt.

Bereits im Frühjahr waren Bäume gefällt worden und jetzt unterstrich eine Hilfsaktion vieler junger Menschen, wie die Region hinter der Hospizarbeit steht.

Terrassen, Bänke, Pflanzen und Wege entfernt

16 Lehrlinge aus den zehn Partnerbetrieben der „Stil.Fabrik“, dem Zusammenschluss meisterlicher Handwerksbetriebe aus der Region machten sich daran, rund 100 Quadratmeter Pflastersteine zurückzubauen, Bänke, Lampen und Pflanzen wegzunehmen und damit Platz für die großen Baumaschinen zu machen.

„Da wo wir leben und arbeiten, wollen wir uns auch sozial engagieren“, erklärte Markus Wack von Green Art, der als Garten- und Landschaftsbauer die Federführung übernommen hatte.

Hochmotiviert machten sich die jungen Leute an die Arbeit, entfernten Terrasse und Wege, damit die Bauarbeiten beginnen können, die im Sommer 2021 abgeschlossen sein sollen. Wenn alles so gut klappt wie diese Aktion, steht das Vorhaben unter einem guten Stern. „Wir sind stolz und glücklich, dass so viele junge Menschen unser großes Vorhaben unterstützen“, meinte Monika Stumpf, die zusammen mit Pflegedienstleiterin Stephanie Wagner für ein zünftiges Frühstück sorgte.

Wetlarer Neue Zeitung, 20.09.2019, Seite 12

 

 

Erstes Tageshospiz Hessens entsteht

Räume für Tagesbetreuung und das Projekt „Charly & Lotte“ sowie zusätzliche Betten: Das Hospiz Haus Emmaus mit dem 3,8 Millionen Euro teuren Erweiterungsbau im Modell. Foto: Heike Pöllmitz
Erster Spatenstich für den Anbau: Monika Stumpf (r.), der neugewählte ehrenamtliche Geschäftsführer Tobias Gottschalk (4. v. r.), Dr. Norbert Köneke, Richard Kreutzer, Manfred Wagner, Professor Günter Brobmann und weitere Teilnehmer legten sich ins Zeug. Foto: Heike Pöllmitz

Haus Emmaus erhält 3,8 Millionen Euro teuren Anbau / Eröffnung ist für Frühjahr 2021 geplant

Die Gesellschafter der Hospiz Mittelhessen gGmbH haben den ersten Spatenstich vollzogen: Für 3,8 Millionen Euro erhält Haus Emmaus in der Spilburg einen Anbau. Damit wird das erste Tageshospiz in Hessen entstehen mit Tagesbetreuungsangeboten für schwerstkranke Menschen. Der Baustart ist für Herbst geplant, die Fertigstellung für das Frühjahr 2021.

Nach Tagesbetreuungsmöglichkeiten fragten Angehörige immer häufiger, hieß es. Die Familien möchten den Patienten gerne zu Hause belassen, wären aber werktags während der Arbeitszeiten beruhigter, den Kranken in professioneller und ärztlich überwachter Umgebung zu wissen. Das Tageshospiz soll die Betreuung von schwerkranken und sterbenden Menschen in vertrauter Umgebung unterstützen und pflegende Angehörige entlasten – durch professionelle palliativpflegerische und palliativmedizinische Betreuung.

Pflegende Angehörige sollen künftig die Möglichkeit haben, den Kranken an unterschiedlichen Tagen in das Tageshospiz zu bringen. Vier Plätze werden zur Verfügung stehen.

Mehr Platz für das Projekt „Charly & Lotte“

Mehr Platz im neuen Anbau wird das Projekt „Charly & Lotte Trauerbegleitung für Kinder und Jugendliche” finden. „Charly & Lotte“ ist in den vergangenen Jahren ständig gewachsen, die bisherigen Räume reichen nicht mehr aus. Durch den Anbau können momentan in einem Nachbarhaus angemietete Räume in ein Gebäude integriert werden, sodass alle Haus-Emmaus-Angebote unter einem Dach vereint sind. Darüber hinaus entstehen zwei neue Betten, dann stehen zehn stationäre Gästezimmer in Haus Emmaus zur Verfügung.

Zum Spatenstich begrüßte Geschäftsführerin Monika Stumpf neben den Gesellschaftern mit dem Vorsitzenden Dr. Norbert Köneke die Architekten Wolfgang und Matthias Müller vom Architekturbüro Keul und Müller, Oberbürgermeister Manfred Wagner (SPD) und viele weitere Gäste. Vom ersten Gedanken bis zu diesem Tag habe es lange gedauert. Umso größer sei nun die Freude, sagte Stumpf. Ein erstes Treffen mit Planern hatte im April 2016 stattgefunden. Viele weitere Termine folgten. Dem denkmalgeschützten Gebäude B der ehemaligen Spilburg-Kaserne, das 1914 im Heimatstil fertiggestellt wurde, wird ein fächerförmiger Anbau auf der unteren Geschossebene entlang des Terrassenhügels angefügt. Im Erdgeschoss bleibt die Dachterrasse erhalten und soll durch einen reduzierten aufgesetzten Baukörper mit einem verglasten Verbindungsgang erweitert werden. Auf der Grundebene befinden sich fünf Gästezimmer mit den erforderlichen Nebenräumen. Die Räume des Tageshospizes werden im Erdgeschoss des Bestandsgebäudes entstehen.

Der zweite ehrenamtliche Geschäftsführer Richard Kreutzer berichtete über die Entwicklung von Haus Emmaus: „Wir feiern das dritte historische Ereignis im Hospiz, bei der Gründung vor 15 Jahren war das Haus Emmaus für viele noch unvorstellbar.“ Zweiter Meilenstein sei der Kauf des Anwesens in der Spilburg gewesen, nun stehe der Erweiterungsbau an. Kreutzer dankte allen Beteiligten, die mit großem Engagement hinter der Hospizarbeit stehen würden: „Ohne Menschen wie Monika Stumpf, Stephanie Wagner, Helga Crass und den Förderkreis Hospiz Mittelhessen mit seinem Vorsitzenden Professor Günther Brobmann wäre Haus Emmaus undenkbar.“

Zusätzliche Spenden in Höhe von 300 000 Euro nötig

Zu den jährlich für den laufenden Betrieb benötigten Spenden in Höhe von 200 000 Euro würden zusätzliche 300 000 Euro an Spenden für den Anbau benötigt, so Stumpf: "Durch die Einsparung der Miete für das Nachbargebäude und die unermüdliche Spendenbereitschaft der Bevölkerung sehen wir aber voller Zuversicht in die Zukunft.“

Als Kurator für Haus Emmaus sagte Manfred Wagner, das Hospiz sei aus Wetzlar nicht mehr wegzudenken. Den Erweiterungsbau bezeichnete er als „Signal und Schritt in die richtige Richtung“.

15 Jahre Emmaus

Das Hospiz Haus Emmaus feiert in diesem Jahr 15. Geburtstag. Mehr als 1600 schwerstkranke Menschen wurden dort bis heute auf dem letzten Lebensabschnitt begleitet. Dem gegenüber stehen mehr als 3500 Menschen, die für eine Aufnahme angefragt haben. Die große Nachfrage war Anlass für den Erweiterungsbau, der bis zum Frühjahr 2021 fertiggestellt sein soll. (Heike Pöllmitz)

Wetzlarer Neue Zeitung, 31.08.2019, S.9