In eigener Sache...

...wir müssen und wollen unser Haus erweitern!

So soll er aussehen, der Anbau:

Über die Gründe, Möglichkeiten, Chancen und Kosten informieren wir Sie in diesem Flyer.

Bitte helfen Sie uns und den betroffenen Menschen in unserer Heimat durch Ihre Spende. Wenig oder viel, klein oder groß, jeder Euro und jede Aktion zum Spendensammeln hilft uns ein Stück weiter. 
Vielen Dank.

 

„Spätzünder“ feiern Bühnenjubiläum mit einer Spende

Annemarie Schmidt (2.v.l.) und Mechthild Vogel (rechts), in der Region als das Mundart-Duo „Spätzünder“ bekannt, haben ihr 20-jähriges Bühnenjubiläum kürzlich mit einem Konzert mit vielen Gästen im Atzbacher Dorfgemeinschaftshaus gefeiert.

Bei freiem Eintritt wurde um eine Spende für gute Zwecke gebeten. 1500 Euro kamen zusammen.

Wie schon beim 15. Geburtstag hatten die beiden mundartgewaltigen Damen als Ziel des Erlöses die Hospiz Mittelhessen gGmbH ausgewählt und übergaben die Summe zusammen mit ihren Ehemännern Friedhelm Schmidt (links) und Heinz Vogel (2.v.r.) an Geschäftsführerin Monika Stumpf (Mitte).

Das „Spätzünder-Team“ teilte die Summe hälftig für das Haus Emmaus und die Trauerbegleitung für Kinder und Jugendliche „Charly & Lotte“ auf. (red)

Wetzlarer Neue Zeitung, 15. November 2019, Seite 43

 

 

Tombola des MC Hüttenberg

Foto: Thomas Wißner

900 Euro sind der stattliche Erlös der großen Tombola, die der Motorradclub Hüttenberg bei seinem 23. Motorradtreffen im Oktober in Lang-Göns veranstaltete. Beim MC Hüttenberg ist es Tradition, bei dieser Veranstaltung gemeinnützige und soziale Einrichtungen zu unterstützen.

Den Erlös der Tombola überreichten die Mitglieder des Motorradclubs nun an Trauerbegleiterin Carmen Storbakken von „Charly & Lotte“ – Trauerbegleitung für Kinder und Jugendliche in Mittelhessen in Wetzlar.

„Charly & Lotte“ ist der stationären Pflegeeinrichtung Hospiz Haus Emmaus angeschlossen und besteht seit 2014. Durch zwei Hauptamtliche und zehn ehrenamtliche Trauerbegleiter werden Kinder und Jugendliche sowie deren Familien in ihrer Trauer unterstützt. (red)

Wetzlarer Neue Zeitung, 15. November 2019, Seite 43

 

 

Die gute Tat: Fan-Club unterstützt Hospiz

Der Schalke Fan-Club „Blue-Boys-Solms” unterstützt die Arbeit von „Charly & Lotte“ mit einer Spende von 500 Euro.

Der Fan-Club, der seit 1981 besteht, fährt zu jedem Heimspiel „auf Schalke“. Bei diesen Bus-Fahrten wurden Spenden gesammelt, die erneut an das Hospiz Mittelhessen für das Projekt „Charly & Lotte“ übergeben wurden. Der gesamte Verein unterstützt somit die wertvolle Arbeit des Hauses Emmaus.

Zwei Vorstandsmitglieder – Gerhard Wolny und Simone Jahn – überreichten den 500-Euro-Scheck an die Trauerbegleiterin Petra Gießler.

Wetzlarer Neue Zeitung, 15. November 2019, Seite 43

 

„Gesellschaftspolitisch umstritten“

Die Referenten beim 13. Hospizforum: Herbert Kaiser (v.l.), Monika Stumpf, Günther Brobmann, Andreas Heller, Birgitta Killing und Norbert Kortlüke. (Foto: Heike Pöllmitz)

13. Forum des Förderkreises Hospiz Mittelhessen thematisiert „Sterbefasten und palliative Sedierung“

Von Heike Pöllmitz

Zum 13. Mal hatte am Samstag der Förderkreis der Hospiz Mittelhessen gGmbH unter der Schirmherrschaft von Wetzlars Oberbürgermeister Manfred Wagner zu seinem Hospiz-Forum eingeladen. Der Förderkreis-Vorsitzende Professor Günther Brobmann hieß dazu unter der Überschrift „Sorgeorientierung am Lebensende“ rund 140 Gäste in „Tasch’s Wirtshaus“ willkommen.

„Die große Resonanz zeigt mir, dass unsere aktuellen Themen Sterbefasten und palliative Sedierung von großem Interesse sind“, meinte Brobmann. Unter palliativer Sedierung versteht man den Einsatz bewusstseinsdämpfender Medikamente mit dem Ziel, unerträgliches Leid zu lindern. Brobmann machte allerdings auch deutlich, dass die Selbstbestimmung am Lebensende schon die Denkschulen im alten Griechenland beschäftigte. „Euthanatos, der ,gute Tod’ wurde mit einem Gemisch aus Schierling und Mohn herbeigeführt und berühmte Männer wie Sokrates wählten diese Todesart“, so der Professor.

Beweggründe einer Sterbenden verdeutlicht

„Der Vortrag um das Sterbefasten ist spannend, weil gesellschaftspolitisch umstritten, und bei der palliativen Sedierung kommt die Frage auf, wie weit darf ich gehen, um Leiden zu lindern?“, fragte Stadtrat Norbert Kortlüke. „Kann man einem Menschen die Autonomie geben, zu fasten, bis der Tod eintritt? Ich persönlich finde ja, denn schon im Grundgesetz steht: Die Würde des Menschen ist unantastbar“, sagte Kortlüke.

Hospizgeschäftsführerin Monika Stumpf und Mitarbeiterin Dorothea Schäfer führten ins Thema ein. Mit dem wechselseitig vorgelesenen Tagebuch zweier Schwestern wurden die Beweggründe einer Sterbenden deutlich, die seit vielen Jahren gegen den Krebs kämpft, sich sedieren zu lassen. Zunehmende Schwäche, Schmerzen und das Wissen um das nahe Ende sollen das Leben nicht mehr bestimmen, Traueranzeige und Beerdigung sind wohl überlegt vorbereitet und die Schwester soll die Familie begleiten. Trauer, aber auch Ruhe und Verständnis, lassen diese die letzten Tage am Bett ausharren. Die Frage „Wie würde ich damit umgehen?“ stand im Raum.

In einem provokanten Vortrag konfrontierte Professor Andreas Heller, Lehrstuhl für Palliative Care und Organisations-Ethik an der Universität Graz, das Publikum mit den Erfahrungen aus der Hospizarbeit. „Ist der freiwillige Verzicht auf Essen und Trinken ein begleiteter Selbstmord, der in Hospizen keinen Platz haben darf, oder gibt es hier eine Möglichkeit des autonomen Sterbens mit palliativer Unterstützung“, nannte Heller die beiden Fronten. Das Recht auf Selbstbestimmung ist seine Antwort, denn „jeder darf selbst bestimmen, was er macht, und so auch seinem Leben ein Ende setzen.“

Herbert Kaiser, Facharzt für Innere Medizin, Hämatologie/Onkologie und Palliativmedizin vom Hospiz- und Palliativ-Verein Gütersloh, beschäftigte sich mit der palliativen Sedierung, mit der er sehr sorgfältig umgegangen wissen möchte. „Es muss klar sein, dass auch bei bester palliativer Behandlung, bei manchen Patienten noch Schmerzen vorhanden sind“, so Kaiser. Auch emotionale oder spirituelle Belastungen können das Leben unerträglich werden lassen.

„Wenn man frühzeitig über die Möglichkeit der Sedierung spricht, hat der Patient immer diese Möglichkeit im Hinterkopf, kann ruhiger in seine letzte Lebensphase gehen und sich ganz bewusst entscheiden, ob und wann der ,richtige Moment’ für ihn gekommen ist.“

„Die Anwendung der palliativen Sedierung erfordert eine vertrauensvolle Kommunikation mit allen Beteiligten und eine sorgfältige, ethisch gut begründete Entscheidung“, unterstrich Kaiser. „In jedem Fall muss darauf geschaut werden, ob Indikationen wie Schmerzen, Atemnot oder Ängste vorliegen und vor allem der Wunsch nach der Sedierung auch wirklich ohne äußeren Druck vorliegt.“ Ziel der palliativen Sedierung sei die Kontrolle von Symptomen, nicht eine Beschleunigung des Sterbens.

Zum Abschluss gab es noch eine Diskussion mit den Referenten, die Birgitta Killing, Chefärztin der Klinik für Hämatologie/Onkologie, Palliativmedizin an den Lahn-Dill-Kliniken, leitete. Fazit: Die beiden Möglichkeiten werden noch sehr selten genutzt und es sollte klar definiert sein, wann sie zum Einsatz kommen. Ein sensibler Umgang sollte Voraussetzung sein.

Wetzlarer Neue Zeitung, 12.November 2019, Seite 12

 

 

Basar erbringt 4367 Euro

Hospizleiterin Monika Stumpf (3.v.l.) freut sich mit (v.l.) Pfarrerin Manuela Bünger, Hilde Brückmann und der Atzbacher Kirchmeisterin Luise Förster über die finazielle Unterstützung für den Erweiterungsbau. (Foto: privat)

Kirchengemeinden Dorlar und Atzbach unterstützten Hospiz und Kita

Pfarrerin Manuela Bünger und Kirchmeisterin Luise Förster (Atzbach) haben den Erlös des Basars 2019 an Vertreter von zwei Organisationen überreicht, deren Arbeit den Evangelischen Kirchengemeinden Dorlar und Atzbach besonders am Herzen liegt: 2200 Euro erhielt das Hospiz „Haus Emmaus“ für seinen Erweiterungsbau, 2167 Euro die evangelische Kita „Senfkorn“.

Den Basar, dessen Jubiläum im evangelischen „Haus der Begegnung“ gefeiert wurde, gibt es seit 50 Jahren. Jedes Jahr werden dort Handarbeiten, selbstgebackene Plätzchen und Marmeladen, Gebasteltes und Backhausbrot angeboten.

Einige Helferinnen sind seit der Premiere dabei

Auch eine Tombola gab es wieder und die Möglichkeit, sich bei Kaffee und Kuchen zu stärken. Dieses Angebot nehmen besonders ältere Menschen gerne an, für die der Basar auch eine willkommene Möglichkeit zur Begegnung ist.

Als Pfarrerin Manuela Bünger bei der Eröffnung fragte, wer schon beim ersten Basar beteiligt war, meldeten sich einige Helferinnen, die sich noch an die Anfänge im evangelischen Kindergarten erinnern konnten. Federführend waren damals die Kindergärtnerinnen Lisa Nadolny und Margot Dietrich aus Atzbach. Einige Jahre später fand der Basar bereits im neuen evangelischen Gemeindehaus „Haus der Begegnung“ statt.

Die Frauenhilfen aus den Kirchengemeinden Dorlar und Atzbach, die Landfrauen, der CVJM, die Kindertagesstätte „Senfkorn“ und engagierte Gemeindeglieder geben sich jedes Jahr viel Mühe, um den Basar zu bestücken.

In den zurückliegenden fünf Jahrzehnten wurden Missionare unterstützt, die Kindertagesstätte, die Kinder- und Jugendarbeit des CVJM sowie verschiedene soziale und diakonische Projekte. Zudem konnten Renovierungsarbeiten im Gemeindehaus und den Jugendräumen mitfinanziert werden.

Wetzlarer Neue Zeitung, 11. November 2019, Seite 14

 

 

50 000 Euro für einen soliden Anfang

So stellen sich die Planer die Gestaltung des Tageshospizes in Wetzlar vor: An das bestehende Haus Emmaus (hinterer Gebäudeteil) wird ein Rundbau angegliedert, der unter anderem lichtdurchflutete Räume und Terrassen für stationäre Patienten und Tagesgäste bietet. (Foto: Keul und Müller)

Die Stiftung „Alte Menschen in Not“ spendet zum 25. Geburtstag für das Tageshospiz im Haus Emmaus in Wetzlar

Von Uwe Röndigs

Was für eine Initialzündung: Mit 50 000 Euro unterstützt die Stiftung „Alte Menschen in Not“ den Aufbau des geplanten Tageshospizes im Haus Emmaus. „Wir hoffen, dass sich viele Spender zum Jahresende dieser Anschubfinanzierung anschließen“, hoffen Klaus-Jörg Mulfinger und Jürgen-Michael Blümel im Gespräch mit dieser Zeitung.

Mulfinger und Blümel setzen auf Nachahmer

Wenn an diesem Samstag Mitarbeiter und Ehrenamtliche zum 13. Hospiz-Forum Mittelhessen in Wetzlar zusammenkommen, darf erst einmal über diese gute Nachricht gejubelt werden.

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Humor darf nicht sterben

Eine gute Seele ist Kerstin Steinmüller-Weiß (li) für das Hospiz und seine Gäste. Gemeinsam mit Bettina Döpp bereitet sie das Kaffeetrinken vor, bei dem man nachmittags gemütlich beisammen sitzt. (Foto: Manuela Jung)
Zuwendung ist vor allem in den letzten Tagen des Lebens sehr wichtig. (Symbolfoto: Norbert Försterling/dpa)
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Dem Sterben Leben geben: Was Kerstin Steinmüller-Weiß vor dem Tod ihres Mannes im Hospiz erfahren hat, will sie weitergeben

Von Manuela Jung

Im Beruf kann sie Kraft schöpfen, er gibt ihr Halt, und das, obwohl sie genau an dem Ort arbeitet, an dem ihr Ehemann im vergangenen Jahr gestorben ist. Kerstin Steinmüller-Weiß ist Köchin im Hospiz Haus Emmaus in Wetzlar. Sie ist die Frau mit dem rot-schwarzen Buch, in dem sie Tag für Tag die Essenswünsche der Gäste einträgt. Und damit ist sie auch für die Schwerkranken mehr als eine Hauswirtschafterin.

„Über das Essen bekommst du einen anderen Zugang zu den Menschen“, davon ist Kerstin Steinmüller-Weiß nach zwölf Jahren als Hospizköchin überzeugt.

Schon vorher hat sie sich ehrenamtlich im Haus Emmaus engagiert, doch als 2007 eine Stelle frei wurde, hat sie sofort Ja gesagt, obwohl sie hauptberuflich nichts mit dem Kochen zu tun hatte: „Ich bin gelernte Tierarzthelferin“, sagt sie, „aber hier gehe ich fast jeden Tag mit einem guten Gefühl nach Hause, weil ich so viele positive Rückmeldungen bekomme.“

Kartoffelpuffer, Griesbrei, Rührei – oft sind es die Klassiker, die die Gäste wünschen, häufig verbinden sie damit die meisten Erinnerungen. Für die Köchin und ihre Kolleginnen ist es kein Problem, mehrere Gerichte nebeneinander zuzubereiten: „Uns macht das Spaß und wir lachen viel und herzlich, auch wenn eine Etage über uns möglicherweise gerade jemand verstirbt“, sagt sie.

Den Respekt vor den Menschen in ihrer letzten Lebensphase hat Kerstin Steinmüller-Weiß deswegen aber nicht verloren: „Ich komme hierher und die Menschen leben. Der Humor darf niemals verloren gehen.“

Als sie darüber spricht, erinnert sich die 61-Jährige, wie vor einigen Jahren ein Gast vor der Küche stand und sie gefragt hat, wo sie denn nun ihren Löffel abgeben könne: „Sie glauben nicht, wie lange wir uns vor Lachen nicht mehr eingekriegt haben.“

Für Kerstin Steinmüller-Weiß ist die Küche ein Ort zum „Löffel abgeben“, das Hospiz aber nicht: „Natürlich versterben hier regelmäßig Menschen“, sagt sie, „aber so lange sie leben, sollen sie möglichst jeden Augenblick nutzen und bewusst verbringen.“

Steinmüller-Weiß spricht aus Erfahrung. Im vergangenen Jahr war es ein herber Schicksalsschlag, der sie täglich ins Hospiz kommen ließ, dann allerdings nicht zum Arbeiten. „Mein Mann hat die letzten sieben Wochen seines Lebens hier verbracht“, erzählt sie, „er hatte einen Hirntumor, der schnell streute und ihn zu einem anderen Menschen werden ließ. Mit der Zeit ging es Franz immer schlechter, Chemo und Bestrahlung hatten nichts gebracht.“

Mutig fasste Kerstin Steinmüller-Weiß schließlich den Entschluss, ihren Ehemann in das Haus Emmaus zu verlegen: „Die ganze Pflege, das hätte ich nicht allein geschafft. Mein Mann wurde oft sauer, weil er die einfachsten Dinge nicht mehr hinbekam. Auch dann konnte ich einen Knopf drücken und ein Pfleger klärte die Angelegenheit, ohne, dass ich mich weiter darum kümmern musste.“

Für die 61-Jährige und ihren damals 65-jährigen Mann waren es sieben wertvolle Wochen, auch wenn sie beide wussten, dass das Ende einer 43-jährigen Bekanntschaft und einer 33 Jahre anhaltenden Ehe schnell nahen würde: „Die Ärzte gaben ihm Wochen, allerhöchstens Monate“, erinnert sie sich, „und genau deshalb war es die richtige Entscheidung, die übrige Zeit im Hospiz zu verbringen.“ Hier kümmerten sich die Mitarbeiter um die Pflege und alles Notwendige, während Kerstin Steinmüller-Weiß zu jeder Zeit kommen und auch hier übernachten konnte. Besonders in den letzten Tagen hat sie das genutzt.

Und dann kam er, der zweite Weihnachtsfeiertag 2018: „Mein Mann hat gerne Weihnachten gefeiert, es war schon bezeichnend, dass er ausgerechnet dann verstarb“, sagt Steinmüller-Weiß. Viele Stunden hätten sie und die Familie – ihr Ehemann hatte noch fünf Geschwister – am Sterbebett in Zimmer 1 verbracht, sich erinnert, gemeinsam geweint und auch gelacht. „Es war ein bisschen so, als wollte er uns auch in diesem Jahr traditionell zum zweiten Feiertag zusammen wissen. Hätte er noch gelebt, hätte unser Familientreffen zum ersten Mal nicht stattgefunden.“

Kerstin Steinmüller-Weiß verarbeitet den Tod ihres Mannes gut, das Hospiz und die vielen freundlichen Kollegen, aber auch ihre Ausbildung zur Sterbebegleiterin und der tägliche Umgang mit dem Sterben haben ihr Kraft gegeben, auch wenn es kein leichter Weg war, wie die 61-Jährige schildert: „Nur acht Wochen später verstarb mein Schwager, auch an einem Hirntumor, auch hier im Hospiz. Es waren insgesamt fünf Beerdigungen nahe stehender Menschen in einem halben Jahr. Das was einfach zu viel Sterben in einem zu kurzem Zeitraum.“

Wetzlarer Neue Zeitung, 05. November 2019, Seite 9

 

 

1800 Gäste in 15 Jahren betreut

Das Hospiz Mittelhessen besteht seit 15 Jahren und kann auf eine eindrucksvolle Bilanz verweisen. (Foto: Manuela Jung)
Eine Farbe für jedes Jahr, ein Ballon für jeden Verstorbenen. Nach zehn Jahren Hospizarbeit steigen im Jahr 2014 diese ganz besonderen Luftballons in den Himmel. (Foto: Hospiz Haus Emmaus)

Dem Sterben Leben geben - Das Hospiz Mittelhessen offenbart in Zahlen einen Blick auf die vielfältige Arbeit der Einrichtung

Von Manuela Jung

In den vergangenen 15 Jahren – seit seiner Eröffnung – hat das Wetzlarer Hospiz einiges erlebt. Doch wie viele Menschen waren daran beteiligt? Wie viele Gäste und deren „Zugehörige“ haben profitiert? Wie viele Spenden sind nötig, um die Arbeit am Laufen zu halten? Und wer trägt die Kosten? Ein Blick auf viele Zahlen rund um das Haus Emmaus gibt Aufschluss.

Im Jahr 2002

haben sich an einem Hospiz interessierte Menschen der Region zusammengefunden und beschlossen, ein stationäres Hospiz für Mittelhessen zu gründen. Zwei Jahre später, am 1. April 2004, wurde das Haus Emmaus eröffnet.

Als Träger hatten sich mit der Stiftung „Alte Menschen in Not“, dem Stephanuswerk Wetzlar, den Hospizdiensten Lahn-Dill, dem Caritasverband Wetzlar/Lahn-Dill-Eder, dem Hospizverein Gießen und dem Universitätsklinikum Marburg/Gießen sechs Gesellschafter zusammengefunden. In den vergangenen Jahren sind die Lahn-Dill-Kliniken hinzugekommen.

100 000 Euro Spenden

benötigt das Hospiz jedes Jahr für den täglichen Betrieb. Die Krankenkassen übernehmen nur 95 Prozent der Kosten. Weitere 80 000 Euro Spendengelder steckt das Haus Emmaus in die Finanzierung von „Charly & Lotte“.

10 000 Kilometer

haben Hospizleiterin Monika Stumpf und Pflegedienstleiterin Stephanie Wagner nach eigenen Angaben im ersten Jahr seit der Gründung zurückgelegt, um das Haus Emmaus im Lahn-Dill-Kreis und über die Region hinaus bekanntzumachen. „Wir haben uns und unsere Arbeit vorgestellt und interessierte Menschen eingeladen, uns zu besuchen“, sagt Wagner. Denn längst hatte die Hospizarbeit noch nicht den guten Ruf, den sie verdient hätte: „Die Belegung im ersten Jahr lag bei 62 Prozent. Es hat eine Weile gedauert, bis sich die Menschen hierher getraut haben“, erinnert sich Monika Stumpf an die Anfänge der Einrichtung.

72 Jahre

ist das Durchschnittsalter aller bereits im Hospiz Verstorbenen. Der jüngste Gast war 18 Jahre alt, der älteste 99 Jahre. Für sie alle findet am 30. November die bereits 30. Gedenkfeier statt. Hier werden alle Angehörigen eingeladen, die im vergangenen halben Jahr ein Familienmitglied im Haus Emmaus verloren haben.

1800 Gäste

hat das Haus Emmaus seit 2004 aufgenommen und palliativ betreut. Waren es im ersten Jahr nur 47 Schwerstkranke, so waren es 2019 allein von Januar bis September bereits 106 Menschen, die im Hospiz verstorben sind. Im Durchschnitt sind es pro Jahr zwischen 120 und 130 Gäste, die die Einrichtung an ihrem Lebensende begleiten darf. Doch die Zahl der Anfragen liegt weit höher: „Rund 4000 Menschen hätten wir in den vergangenen 15 Jahren für ihren letzten Lebensabschnitt unterbringen können“, weiß Monika Stumpf. Der Erweiterungsbau wird zu den bestehenden acht Betten zwei zusätzliche Räume für den stationären Aufenthalt schaffen, um auf die hohe Nachfrage zu reagieren. Vier Tageshospizplätze werden neu hinzukommen.

Bis zu 450 Personen

werden jedes Jahr an der Hospiz- und Palliativakademie in unmittelbarer Nachbarschaft an das Haus Emmaus zu den verschiedensten Themen rund um die Sterbebegleitung und Pflege geschult.

Eine Hochzeit, eine Goldene Hochzeit, zwei Taufen und viele Geburtstage wurden in den vergangenen 15 Jahren im Haus Emmaus gefeiert. Derartige Anlässe zeigen, wie sehr das Hospiz einen Platz mitten im Leben verdient. Monika Stumpf ist überzeugt: „Wir versuchen alles möglich zu machen, was sich unsere Gäste wünschen.

17 Tage

verbringen die Gäste zurzeit durchschnittlich bis zu ihrem Tod im Hospiz. Zum Vergleich: Im Jahr der Gründung lag die Verweildauer noch bei 30 Tagen. Woran das liegen könnte, weiß Pflegedienstleiterin Wagner: „Die Patienten kommen heute oft zu spät. Es gibt weniger Menschen, die über einen längeren Zeitraum bleiben, obwohl das eigentlich die Regel sein sollte.“

Von einem Tag bis hin zu einem Jahr war für die Mitarbeitenden bereits alles dabei. Und eine frohe Botschaft gibt es auch: Immerhin vier bis sechs Menschen pro Jahr erholen sich im Haus Emmaus so gut, dass sie sogar wieder entlassen werden können.

39 Mitarbeitende

sind 2019 in Voll- und Teilzeit bei der gemeinnützigen Hospiz Mittelhessen GmbH angestellt und damit nahezu dreimal so viele wie im Anfangsjahr. Sie arbeiten in den unterschiedlichsten Bereichen von der Hauswirtschaft über die Verwaltung bis hin zur Pflege. 75 Prozent der Pflegekräfte sind seit 2004 mit Hand und Herz dabei. Hinzu kommen 31 Ehrenamtliche, die sich für das Wohlergehen der Gäste starkmachen. Zudem wird das Hospizprojekt „Charly und Lotte“ von zwei hauptamtlichen und elf freiwilligen Trauerbegleiterinnen unterstützt.

Wetzlarer Neue Zeitung, 30. Oktober 2019, Seite 14

 

 

Spenden und Mitmachkonzert zum Geburtstag

Kinder und Erwachsene feiern ausgelassen den Geburtstag von Charly & Lotte (Foto: H. Pöllmitz)

Kinder-Trauerbegleitung Charly & Lotte besteht seit fünf Jahren / Partystimmung mit „Tone Club“

Von Heike Pöllmitz

Eine rauschende Party hat es im Ernst-Leitz-Saal in der Spilburg zum fünften Geburtstag von Charly & Lotte, der Trauerbegleitung für Kinder und Jugendliche, gegeben. Getragen wird diese von der Hospiz Mittelhessen gGmbH.

Koordinatorin Petra Gießler hieß die Geburtstagsgäste unter anderem zum Mitmachkonzert willkommen. Besonders begrüßte sie Präsidentin Sabine Köhler und Gabi Telle, Vorsitzende des Fördervereins der Ladies des Lions Club Wetzlar Charlotte Buff. Dieser hatte Charly & Lotte mit aus der Taufe gehoben und nun für das Mitmachkonzert die Schirmherrschaft übernommen. Die Band „Tone Club“ sorgte für fetzige Party-Musik.

Doch zunächst gab es Geschenke. Hospiz-Geschäftsführerin Monika Stumpf und Trauerbegleiterin Carmen Storbakken begrüßten die Kinder mit den Handpuppen Charly und Lotte. Außerdem stellten sie die Liedermacherin Nette als ihre Botschafterin vor. „Ich werde die tolle Arbeit von Charly & Lotte in die Öffentlichkeit tragen, damit ganz viele Leute von euch wissen“, sagte die Musikerin. Zur Begrüßung sang sie ihr Botschafterlied „Wenn der Wind sich dreht“. Darin geht es unter anderem darum, die Hoffnung nicht zu verlieren und darum, dass trotz schlechter Zeiten auch Träume wahr werden können.

Monika Stumpf verwies auf weitere langjährige Wegbegleiter und Unterstützer. Der Verein „Menschen für Kinder“ steuert jedes Jahr 10 000 Euro zur Finanzierung der Trauerbegleitung bei. Sein Vorstandsmitglied Stefan Zeiger hatte eine besondere Überraschung parat. „Im kommenden Jahr findet am 7. März in der Waldgirmeser Lahnauhalle zum vierten Mal ,Lahnau rocks for Benefit‘‘ zugunsten von Menschen für Kinder statt. Die Hälfte des Erlöses ist zusätzlich zu den 10 000 Euro für euch bestimmt“, verkündete er. Zeiger überreichte zusammen mit dem Vorsitzenden Dieter Greilich sowie Andreas Wudi, Susanne Burzel und Michelle Tafferner den Spendenscheck für 2019.

Dank an alle Unterstützer

Die Lions-Ladies hatten 500 Euro mitgebracht. „So große Geschenke wie Menschen für Kinder können wir nicht machen. Doch wir haben in der Vergangenheit schon einige Aktionen gestartet und werden auch einen Teil vom Erlös unseres traditionellen Adventkalenders wieder an unsere Schützlinge übergeben“, betonte Telle. „Wir freuen uns über die großzügige Unterstützung und danken besonders den Lions-Ladies, die Geburtshelfer von Charly & Lotte waren und uns Mut gemacht haben, sonst gäbe es uns heute wahrscheinlich nicht“, so Monika Stumpf.

Nach dem offiziellen Teil machte der „Tone Club“ Musik für Kinder sowie Eltern und sorgte für Partystimmung. Sängerin Teresa Stauffenberg und ihre Jungs legten sich mächtig ins Zeug. Große und kleine Gäste hatten somit viel Spaß.

Alle Gäste wünschten Charly & Lotte viel Glück und füllten zum Dank für den tollen Nachmittag zudem die Spendenboxen.

Wetzlarer Neue Zeitung, 28. Oktober 2019, Seite 12

 

 

Die gute Tat: 1200 Euro für Haus Emmaus gespendet

Inge und Bernhard von Derschau übergeben ihre Spende persönlich an das Hospiz Haus Emmaus in Wetzlar. (Foto: Heike Pöllmitz)

WETZLAR (red). Inge und Bernhard von Derschau haben kürzlich ihre Goldene Hochzeit gefeiert und statt Geschenken um Spenden für die Hospiz Mittelhessen gGmbH gebeten. „Wir hatten eine sehr schöne Feier in der Naunheimer Mühle und unsere Gäste waren sehr spendierfreudig“, freuen sich die beiden, die auch in der Vergangenheit bei größeren Feiern bereits Institutionen wie SOS Kinderdorf, Blindenmission und die Deutsche Krebshilfe bedacht haben.

Dieses Mal wollte das Paar seine Spende vor Ort vergeben und suchte sich das Haus Emmaus aus. „Wir haben alles und uns, die Kinder sind gesund – was braucht man mehr?“, so Inge von Derschau zum Hintergrund der Spende in Höhe von 1200 Euro. „Die gute und segensreiche Arbeit in diesem Haus liegt uns am Herzen“, so die ehemalige Krankenschwester.

„Wir freuen uns sehr über die stattliche Summe, da wir rund 200 000 Euro an Spendengeldern im Jahr brauchen, um den regulären Betrieb aufrecht zu erhalten“, so Hospiz-Geschäftsführerin Monika Stumpf. „Die finanzielle Unterstützung ist auch eine Wertschätzung der Tätigkeit unserer Mitarbeiter.“

Wetzlarer Neue Zeitung, 18.10.2019, Seite 42

 

 

Auf dem Weg zum Tageshospiz

An das bestehende Haus Emmaus (hinterer Gebäudeteil) wird ein Rundbau angegliedert, der unter anderem lichtdurchflutete Räume und Terrassen für stionäre Patienten und Tagesgäste bietet. (Quelle: Architekturbüro Keul und Müller)

Bauarbeiten am Haus Emmaus beginnen / Projekt ist in Hessen bislang einzigartig
Von Manuela Jung

Der Weg ins Hospiz ist für viele schwer: Für die Menschen, die schwerstkrank sind und denen vielleicht nur noch wenige Wochen bleiben. Aber auch für die Angehörigen, die sich verpflichtet fühlen und nur langsam loslassen können. Auf sie will das Haus Emmaus zugehen: Angegliedert an das stationäre Hospiz, soll bis Ende 2020 das erste Tageshospiz hessenweit entstehen.

„Wir hören immer wieder davon, wie Familien das schlechte Gewissen plagt, einen geliebten Menschen für seinen letzten Lebensabschnitt einem Hospiz anzuvertrauen“, sagt Stephanie Wagner. Die stellvertretende Hospizleiterin hat in den vergangenen Jahren mit unzähligen Angehörigen gesprochen, und immer wieder kam die Frage nach der Möglichkeit einer Tagespflege auf.

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Hospiz-Leiterin Monika Stumpf ist zuversichtlich, dass das richtungsweisende Projekt mit Hilfe der Öffentlichkeit gestemmt werden kann. (Archivfoto: gewobau)
Palliativ-Ärztin Dr. Birgitta Killing weiß, dass im Hospiz eine hochprofessionelle Versorgung gewährleistet wird. (Archivfoto: Lothar Rühl)
Stephanie Wagner, Pflegedienstleiterin und stellvertretende Leiterin des Hospizes, sieht viele Vorteile für Gäste und Angehörige. (Archivphoto: pic)

Keine Angst, aber viel Hoffnung

Hier habe ich alles,was ich brauche“ –für K. Nikolic ein guter Grund, den Weg ins Hospiz zu wählen. Auch die Therapiehunde, die regelmäßig ins Haus kommen, geben ihr die nötige Kraft, weiterzuleben. (Foto: Manuela Jung)

Eine Betroffene erzählt von Krankheit und ihrem letzten Lebensabschnitt im Hospiz „Haus Emmaus“

Von Manuela Jung
Sie hat keine Schmerzen, sagt sie, und dennoch ist sie schwerkrank. Seit sechs Wochen lebt K. Nikolic im Hospiz „Haus Emmaus“ in Wetzlar. Zum zweiten Mal hat sie Brustkrebs. Den ersten hat sie besiegt, doch jetzt machen die Metastasen eine Heilung fast unmöglich. Aufgeben kommt für die Kroatin aber längst noch nicht in Frage.

Dem Sterben Leben geben

Einmal noch die Mutter in ihrer Heimat besuchen, das ist ihr größter Traum. Daran hat auch der Umzug ins Hospiz nichts geändert. „Ich lebe hier, weil ich damit meinen Mann und meine berufstätigen Kinder entlasten kann und rundum gut versorgt bin“, sagt K. Nikolic. Sie ist sich bewusst, dass ihr der Krebs immer mehr Zeit und Kraft raubt, und dennoch will sie weder das Träumen noch die Hoffnung aufgeben: „Wer weiß, vielleicht habe ich ja noch ein paar schöne Momente“, sagt sie. Schlecht gehe es ihr schließlich fast nie: „Natürlich, es gibt gute und weniger gute Tage. Aber gerade weil ich keine Schmerzen habe, fällt es mir so schwer zu glauben, wie krank ich tatsächlich bin.“

K. Nikolic sitzt in ihrem Sessel, genießt ihre Tasse Tee. Und statt traurig über das nahende Lebensende nachzusinnen, lacht sie viel, denkt an ihre Familie und freut sich, dass sie im Hospiz viele Menschen um sich herum hat: „Es ist schön, in Gesellschaft zu sein. Schließlich war ich mein ganzes Leben nie allein“, sagt sie.

Viele Jahre hat die 67-Jährige in einer Großküche gearbeitet, war eine geschätzte Kollegin und zu Hause eine liebevolle Ehefrau, Mutter und Oma. Letzteres ist sie heute noch, doch seit 2012 lebt Nikolic in Frührente. Nur ein paar Monate später erfährt sie bei einer Routineuntersuchung, dass der Krebs zurückgekehrt ist: „Ich bin alle zwei Jahre vorsorglich zur Kontrolle gegangen. Anschließend habe ich immer einen Brief erhalten, dass alles in Ordnung ist. Diesmal bekam ich einen Anruf, dass die Bilder anders aussehen“, erinnert sie sich.

Die Diagnose wirft K. Nikolic aus der Bahn. Doch sie gibt nicht auf, lässt sich operieren, es folgen Chemotherapie und Bestrahlung – und nach einiger Zeit die freudige Nachricht: Sie hat den Kampf gewonnen. Doch die Freude hält nicht allzu lange: „Ich weiß noch, dass mein Port im August entfernt wurde, doch schon im November musste ich wieder operiert werden“, sagt Nikolic.

Wieder lässt die Kroatin alles über sich ergehen, wechselt von Marburg nach Bad Nauheim, in der Hoffnung, ein anderes Krankenhaus könne ihr weiterhelfen. Doch diesmal sind die Aussichten noch trüber. Inzwischen haben sich in ihrem Körper einige Metastasen gebildet. Eine Heilung wäre ein Wunder. Wie viel Zeit ihr noch bleibt? „Ich weiß es nicht. Eine Prognose ist schwierig“, sagt sie.

Ein paar Wochen, vielleicht einige Monate – die 67-Jährige möchte nicht darüber nachdenken. Erst vergangene Woche konnte sie ihren Geburtstag im Kreise ihrer Familie feiern. Ein Tag, der sie einmal mehr dazu eingeladen hat, das Leben bewusst zu genießen. Und das will sie auch weiterhin: Spaziergänge machen, musizieren und ihre Familie sehen. Vor allem ihre beiden Enkel sind ihr wichtig: „Mit ihnen würde ich gerne noch ein paar Jahre verbringen.“

Und dann bleibt schließlich der große Wunsch, die eigene Mutter noch einmal zu sehen: „Sie weiß nichts von meiner Krankheit, ich will sie damit nicht belasten. Aber sie fragt immer, warum ich nicht komme. Ich würde gerne noch einmal vor ihr stehen und sie in die Arme nehmen können. Vielleicht wird mein Traum noch in Erfüllung gehen.“

Wetzlarer Neue Zeitung, 09.10.2019, Seite 9

 

 

 

die gute tat: Grips Design pflegt Hospiz-Beete

Grips Design-Geschäftsführer Uli Rinker (v.li.), Franziska Hirschhäuser, Monika Stumpf, Leon Stock und Auszubildender Patrick Bock sind für das Haus Emmaus im Einsatz (Foto: George Bakhssar)

Den Computer hat ein Team der Werbeagentur Grips Design für einen Nachmittag gegen Gartengeräte getauscht. Damit bereiteten Uli Rinker, Franziska Hirschhäuser, Leon Stock und der Auszubildende Patrick Bock den Garten am Hospiz Haus Emmaus auf dem Gelände der Spilburg für den Herbst vor. Sie jäteten Unkraut, schnitten Sträucher und brachten Rindenmulch auf die Beete.

Am Freiwilligentag engagieren sich Unternehmensteams für ein soziales Projekt. Für Franziska Hirschhäuser war das eine gute Gelegenheit, die Arbeit des Freiwilligenzentrums Mittelhessen einmal hautnah selbst zu erleben: „Wir arbeiten häufig im Bereich ,Design’ mit dem Freiwilligenzentrum zusammen, gestalten Flyer oder betreuen die Homepage. Dadurch wissen wir viel über die Arbeit des Freiwilligenzentrums, aber eben nur in der Theorie. Jetzt hatten wir die Gelegenheit, mal selbst anzupacken.“

Auch Leon Stock, der seine Ausbildung zum Mediengestalter gerade abgeschlossen hat, ist begeistert davon, das Büro mit der Gartenhacke zu tauschen und einen Blick über den Tellerrand zu werfen. Das sieht Patrick Bock, Auszubildender Mediendesign, genauso und trägt einen Sack Rindenmulch zum nächsten Beet.

„Gepflegte Außenlagen kommen allen zugute und tragen dazu bei, dass sich unsere Gäste und unsere Besucher von Anfang an wohlfühlen“, sagte Hospizleiterin Monika Stumpf.

Am Ende des Nachmittags waren alle erschöpft, aber zufrieden. Das Arbeitspensum war geschafft.

Bei Kaffee und frisch gebackenem Kuchen ließen alle gemeinsam den Tag ausklingen

„Es hat so viel Spaß gemacht. Wir sind im nächsten Jahr ganz bestimmt wieder dabei“, fasste Grips Design-Geschäftsführer Uli Rinker die Aktion seines Unternehmens zusammen.

Wetzlarer Neue Zeitung, 04.10.2019, Seite 45

 

 

Fortbildungen

Das neue Fort- und Weiterbildungs-Programm für 2020 ist fertig geplant und liegt nun vor. Schauen Sie, blättern Sie und melden sich an. Alle Infos dazu gibt es hier.

Aber auch in 2019 sind noch nicht alle Fort- und Weiterbildungen durchgeführt:
Lernen voneinander - füreinander 

Der nächste Kurs mit freien Plätzen für die Palliative Care Fachweiterbildung Pflege beginnt im Februar 2020. Hier finden Sie die Termine.

Auch im Herbst 2020 wird es einen Kurs geben, die Termine können Sie hier einsehen. Eine frühzeitige Anmeldung ist für beide Kurse empfehlenswert.

 

Platz schaffen für die Baumaschinen

Chefs, Azubis und die Hospizleitung machen den Anfang für die Erweiterung von Haus Emmaus. Vorne v.l. Steffen Schnorr, Markus Wack, Alexander Fleichler, Monika Stumpf, Stefan Zienert, Alexander Haak und Stephanie Wagner.

 

16 Lehrlinge aus zehn Betrieben bereiten ehrenamtlich das Gelände am Haus Emmaus vor

Von Heike Pöllmitz

„Jetzt geht’s richtig los“, freute sich Monika Stumpf, Geschäftsführerin der Hospiz Mittelhessen gGmbH. Gemeint war der Startschuss für die 3,8 Millionen teure Baumaßnahme, mit der das Haus Emmaus mehr Platz und Möglichkeiten bekommt.

Bereits im Frühjahr waren Bäume gefällt worden und jetzt unterstrich eine Hilfsaktion vieler junger Menschen, wie die Region hinter der Hospizarbeit steht.

Terrassen, Bänke, Pflanzen und Wege entfernt

16 Lehrlinge aus den zehn Partnerbetrieben der „Stil.Fabrik“, dem Zusammenschluss meisterlicher Handwerksbetriebe aus der Region machten sich daran, rund 100 Quadratmeter Pflastersteine zurückzubauen, Bänke, Lampen und Pflanzen wegzunehmen und damit Platz für die großen Baumaschinen zu machen.

„Da wo wir leben und arbeiten, wollen wir uns auch sozial engagieren“, erklärte Markus Wack von Green Art, der als Garten- und Landschaftsbauer die Federführung übernommen hatte.

Hochmotiviert machten sich die jungen Leute an die Arbeit, entfernten Terrasse und Wege, damit die Bauarbeiten beginnen können, die im Sommer 2021 abgeschlossen sein sollen. Wenn alles so gut klappt wie diese Aktion, steht das Vorhaben unter einem guten Stern. „Wir sind stolz und glücklich, dass so viele junge Menschen unser großes Vorhaben unterstützen“, meinte Monika Stumpf, die zusammen mit Pflegedienstleiterin Stephanie Wagner für ein zünftiges Frühstück sorgte.

Wetlarer Neue Zeitung, 20.09.2019, Seite 12

 

 

Erstes Tageshospiz Hessens entsteht

Räume für Tagesbetreuung und das Projekt „Charly & Lotte“ sowie zusätzliche Betten: Das Hospiz Haus Emmaus mit dem 3,8 Millionen Euro teuren Erweiterungsbau im Modell. Foto: Heike Pöllmitz
Erster Spatenstich für den Anbau: Monika Stumpf (r.), der neugewählte ehrenamtliche Geschäftsführer Tobias Gottschalk (4. v. r.), Dr. Norbert Köneke, Richard Kreutzer, Manfred Wagner, Professor Günter Brobmann und weitere Teilnehmer legten sich ins Zeug. Foto: Heike Pöllmitz

Haus Emmaus erhält 3,8 Millionen Euro teuren Anbau / Eröffnung ist für Frühjahr 2021 geplant

Die Gesellschafter der Hospiz Mittelhessen gGmbH haben den ersten Spatenstich vollzogen: Für 3,8 Millionen Euro erhält Haus Emmaus in der Spilburg einen Anbau. Damit wird das erste Tageshospiz in Hessen entstehen mit Tagesbetreuungsangeboten für schwerstkranke Menschen. Der Baustart ist für Herbst geplant, die Fertigstellung für das Frühjahr 2021.

Nach Tagesbetreuungsmöglichkeiten fragten Angehörige immer häufiger, hieß es. Die Familien möchten den Patienten gerne zu Hause belassen, wären aber werktags während der Arbeitszeiten beruhigter, den Kranken in professioneller und ärztlich überwachter Umgebung zu wissen. Das Tageshospiz soll die Betreuung von schwerkranken und sterbenden Menschen in vertrauter Umgebung unterstützen und pflegende Angehörige entlasten – durch professionelle palliativpflegerische und palliativmedizinische Betreuung.

Pflegende Angehörige sollen künftig die Möglichkeit haben, den Kranken an unterschiedlichen Tagen in das Tageshospiz zu bringen. Vier Plätze werden zur Verfügung stehen.

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Ich bin sehr gerne Botschafterin für die Hospizarbeit

NETTE (Foto: Chris Schulz)
Gemeinsames Miteinander: (v. re.) NETTE, Monika Stumpf (Hospiz), Petra Gießler (C&L) (Foto: Hospiz)

Im Gespräch mit Liedermacherin NETTE

C&L: Hallo NETTE, warum bist du gerne Botschafterin für die Hospizarbeit? Das Thema ist ja bei vielen Leuten eher mit Trauer und Abschied verbunden.

NETTE: Da in der Hospizbewegung wertschätzende Arbeit für Schwerstkranke und Sterbende und deren Zugehörige geleistet wird, die mir sehr wichtig ist, bin ich sehr gerne Botschafterin dafür.

C&L: Wie bist du zu dieser Arbeit gekommen?

NETTE: Ich habe über 12 Jahre fröhliche Lieder mit krebskranken Kindern gesungen. Während dieser Zeit erlebte ich hautnah mit, wie wichtig liebevolle Begleitung für die ganze Familie ist. Durch diese Erfahrungen sind meine Lieder für Trauer, Trost und Hoffnung entstanden. In dieser Zeit habe ich erlebt, wie wichtig die Begleitung von trauernden Menschen ist, insbesondere von Kindern und Jugendlichen.

C&L: Damit triffst du den Kernpunkt der Arbeit von Charly & Lotte. Bist du deswegen speziell Botschafterin für C&L?

NETTE: Charly & Lotte begleitet auf unterschiedliche Weise Kinder und Jugendliche sowie deren Familien in der schweren Zeit der Trauer. Ich finde die haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden von Charly & Lotte machen eine hervorragende Arbeit. Sie verdienen Unterstützung und Anerkennung.

C&L: Was ist für dich das Wichtigste in dieser Arbeit?

NETTE: Den Gedanken des würdevollen Miteinanders und des füreinander Sorgens weiterzutragen sehe ich als wundervolle Aufgabe. Hospizarbeit kann ohne bürgerliches Engagement und Spenden nicht existieren.

C&L: Vielen Dank für das Gespräch und die aufmunternden Worte. Wir wünschen dir weiterhin alles Gute.

Lesen Sie hier auch den Artikel aus der Wetzlarer Neuen Zeitung vom 29.08.2019, Seite 14.