Charly & Lotte- Neue Fortbildungsangebote in 2018

 

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Fortbildungen

Das Programm für 2018 ist gerade neu erschienen.

Auch für die Palliative Fachweiterbildung Pflege gibt es einen weiteren Kurs in 2018.

 

 

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Unterstützung - Erlös aus Luther-Musical

Unterstützung fürs Hospiz: (v. l.) Oliver, Siegfried und Barbara Fietz übergaben mehr als 1000 Euro an Monika Stumpf, Günther Brobmann und Stephanie Wagner. (Foto: Pöllmitz)

Familie Fietz spendet fürs Haus Emmaus

Die Familie des bekannten Liedermachers und Künstlers Siegfried Fietz unterstützt das Hospiz Haus Emmaus in der Spilburg.

Der Liedermacher und Bildhauer aus Allendorf, seine Frau Barbara und Sohn Oliver, der in ihre Fußstapfen tritt, sind dem Hospiz Mittelhessen von Beginn an verbunden und engagieren sich vielfältig mit Benefizkonzerten, Vorstandsarbeit und vor allem dem Hospizjournal. Jetzt wurde die Familie Fietz von Hospizleiterin Monika Stumpf, deren Stellvertreterin Stephanie Wagner und Professor Günther Brobmann, Vorsitzender des Förderkreises, herzlich im Hospiz begrüßt. Anlass des Besuchs: Familie Fietz brachte eine Spende von rund 1054 Euro aus einem Benefizkonzert in der Ulmer Kirche mit. 300 Gäste waren dorthin gekommen, um das Martin-Luther-Musical „Bruder Martinus“ zu erleben, das Siegfried Fietz komponierte. Die Texte stammen aus der Feder von Jürgen Werth, Oliver Fietz ist für das Arrangement verantwortlich.

„Wir freuen uns über die finanzielle Unterstützung“, sagte Stumpf und verwies auf den Kostenanteil, der durch Eigenbeiträge und Spenden aufgebracht werden muss. . „Da sind wir froh, dass es immer wieder Menschen gibt, die sich für den Hospizgedanken engagieren“, ergänzte Brobmann.(hp)

Wetzlarer Neue Zeitung, 15. November 2017, Seite 12

 

 

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Leid geht auch Pflegepersonal unter die Haut

Über 100 Teilnehmer diskutieren während des elften Wetzlarer Hospiz-Forums über die Belastung für Pflegende
Von Werner Volkmar

Über 100 Teilnehmer, die meisten selbst in der Begleitung von Menschen auf ihrem letzten Lebensabschnitt erfahren, verfolgten die Referate und diskutierten miteinander.(Foto: Volkmar)

„Halt geben am Lebensende – wie halten wir das durch?“ Diese Frage stand im Mittelpunkt des elften Hospiz-Forums in Wetzlar. 100 Teilnehmer, viele selbst engagiert in der Begleitung von Menschen während ihres letzten Lebensabschnitts, tauschten sich aus.

Der Vorsitzende des Förderkreises Hospiz-Mittelhessen, Professor Günther Brobmann, begrüßte die Teilnehmer des Forums am Samstag im Tasch’s Wirtshaus, unter ihnen auch der Schirmherr der Veranstaltung, Oberbürgermeister Manfred Wagner (SPD), und Landtagsabgeordneter Frank Steinraths (CDU). Wagner dankte allen Pflegekräften, die in der Hospizarbeit tätig sind. Nur deren Engagement sei es zu verdanken, dass etwa im Hospiz in Wetzlar sterbenskranke Menschen ihre letzten Lebenstage gut behütet verbringen können.

Dank ist zwar eine große Motivation – trotzdem kann die Arbeit leicht zur Belastung werden

„Was uns belastet und was uns trägt“, unter diesem Titel berichteten die Pflegefachkräfte Stefanie Dzewas und Karin Klug-Dewald, die seit 13 Jahren im Hospiz „Haus Emmaus“ in der Spilburg tätig sind. „Wir sind eigentlich Mädchen für alles, was im Hospiz anfällt“, beschrieb Stefanie Dzewas. Pflege der Gäste, Begleitung der Sterbenden, Gespräche mit den Angehörigen, die nicht wahrhaben wollen, dass der Lebensweg ihres Familienmitgliedes dem Ende zugeht und er beispielsweise kein Essen mehr will. Dazu kommen Teamgespräche, in denen Patientenakten erörtert werden; in denen aber auch Zeit besteht, eigene Probleme darzulegen.

Karin Klug-Dewald berichtete von Hospizgast Rita, 66 Jahre alt. „Sie wollte bei uns so leben, wie sie es von zu Hause gewöhnt war. Dazu gehörte das Rauchen, täglich ein Gläschen Wein und ihre Lieblingsspeisen. Wir haben ihr, so gut es ging, alle Wünsche erfüllt.“ Doch Ritas Schmerzen hätten täglich zugenommen, Wunden seien aufgebrochen. Eine starke Belastung auch für das Pflegeteam, zumal eine sehr lange Sterbezeit folgte. „Wir erhalten viel Dankbarkeit von den Gästen und deren Angehörigen“, berichtete Klug-Dewald. Das ist für uns, aber auch für die 25 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Haus Emmaus, eine besondere Motivation, die aufbaut.

Dennoch: „Wie viel Tode verträgt eigentlich ein Pflegeteam? Wie wirkt sich der Umgang mit dem täglichen Sterben auf das Beziehungs- und Stressgefühl aus“? Diese Fragen sprach Dr. Swantje Goebel vom Hospiz-Verein Bergstraße an. Die Versorgung und Pflege des Gastes bis zu seinem Sterben sei oft ein langer Prozess. Sie könne für einen Begleiter schnell zur Last werden, die er nicht einfach abschütteln kann. Das Gefühl solle man zeigen dürfen. Dabei spiele die Zugehörigkeit zum Team eine wichtige Rolle: Es müsse die Möglichkeit geben, kürzer zu treten, wenn es einem nicht gut geht. „Das wird ein gutes Team mittragen. „

Humor ist wichtig, auch wenn man es mit Todkranken zu tun hat: (v. l.) Stefanie Dzewas, Karin Klug-Dewald und Swantje Goebel berichteten von der Arbeit im Hospizteam.(Foto: Volkmar)

„Wir brauchen immer viel Schokolade im Haus, denn die stärkt die Nerven. Und auch der Humor kommt trotz allen Leids zu seinem Recht“, sagte Karin Klug-Dewald und nannte eine Begebenheit als Beispiel: „Kommt ein Gast in unsere Küche und fragt, wo kann ich hier meinen Löffel abgeben?“

Psychologin Elisabeth Grotmann aus Braunfels sprach darüber, was jeder selbst tun kann, um die Belastung der Hospizarbeit auszuhalten. Im Dialog mit dem Team könne viel aufgefangen werden. Jeder sollte seine Aufgaben im abgesprochenen Umfang ausüben, aber seine Schwierigkeiten nicht verbergen. Betroffenheit könne ein Auslöser sein, um das Leben stimmiger zu machen: „Der Glaube daran, dass es sich lohnt, den Sinn des Lebens zu erkennen und entsprechend zu handeln, kann motivieren.“

Professor Traugott Roser (Münster) sprach zum Thema „Professionalität und persönliche Betroffenheit“. Was, wenn der Mitarbeiter eines Hospizes selbst zum Trauernden wird, weil zum Beispiel ein Partner gestorben ist? Roser riet zum offenen Gespräch mit der Teamleitung, in dem neben dem Gemütszustand der Betroffenen auch dessen Bedürfnisse angesprochen werden müssen. Oft helfe dabei auch eine Teamsupervision. Dabei muss es auch um die Frage gehen: „Wie viel Tod verträgt ein Trauernder in unserem Team?“

Denn Abschluss bildete eine ausgiebige Aussprache mit Rückfragen an die Referentinnen und den Referenten.

Wetzlarer Neue Zeitung, 6. November 2017, Seite 13

 

 

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Auszeichnung - Professor Dieter Heinrich erhält Bundesverdienstkreuz am Bande

Christoph Ullrich (l.) überreichte das Verdienstkreuz am Bande an Dieter Heinrich.(Foto: Wißner)

 

Nicht nur Planer, sondern Macher

von Thomas Wißner

 

Es ist eine der letzten Amtshandlungen von Bundespräsident Joachim Gauck gewesen: Er unterzeichnete die Urkunde zur Verleihung des Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Professor Dr. Dieter Heinrich.

Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich oblag während einer Feierstunde im Gießener Regierungspräsidium am Freitag die Aufgabe, die hohe Ehrung vorzunehmen: „Es freut mich, einen Mann ehren zu dürfen, der sich über viele Jahre im sozialen Bereich ehrenamtlich in Mittelhessen engagiert hat. Ohne Menschen wie Sie, die sich freiwillig für das Gemeinwohl einsetzen, wäre unsere Gesellschaft um vieles ärmer und kälter.“

Chefarzt, Gründer der Stiftung „Alte Menschen in Not“ und Mitinitiator des Hospizes in Wetzlar

Der RP ging auf die unterschiedlichen Verdienste des ehemaligen Chefarztes der Medizinischen Klinik II des Klinikums Wetzlar-Braunfels und Leiter des Zentrallabors sowie Herstellungsleiter der Blutbank ein.

Der 76-Jährige aus Leihgestern ist im Sudetenland geboren. Nach Abitur und Wehrdienst hat er in Frankfurt Medizin studiert und 1970 in Gießen promoviert. Seit 1988 ist der Geehrte Mitglied des Lions Clubs Wetzlar. „Dort sehe ich auch die Grundlage für mein Engagement“, betonte Heinrich bei der Verleihung.

1994 war er Initiator und Gründer der Stiftung „Alte Menschen in Not“, die sich für die Unterstützung alter und sozialbedürftiger Menschen in Wetzlar einsetzt. Aus der Stiftung heraus kam ab 2000 dann das Engagement für den Hospizgedanken dazu. Dies führte 2002 zur Gründung der gemeinnützigen GmbH „Stationäres Hospiz Mittelhessen“, deren Aufsichtsratsvorsitzender Heinrich lange war.

2004 wurde das stationäre Hospiz „Haus Emmaus“ eröffnet. „Es ist nicht hoch genug einzuschätzen, dass sich Menschen wie Sie hierfür eingesetzt, eine solche Einrichtung nicht nur geplant, sondern auch geschaffen haben“, sagte Ullrich.

Über sein Engagement in Wetzlar hinaus brachte Heinrich sich auch in seiner Heimatstadt ein und gehörte von 1985 bis 2010 dem Vorstand des Förderverein Soziale Dienste Linden an.

„Ich bin ich stolz darauf, dass wir solche Menschen in Mittelhessen haben“, versicherte Ullrich bei der Aushändigung der Urkunde. „Sie haben segensreich auch über Ihren beruflichen Horizont hinaus gewirkt. Sie haben diese Ehrung verdient“, sagte er und heftete Dieter Heinrich den Verdienstorden ans Revers und dankte auch dessen Ehefrau Margarete.

Wetzlarer Neue Zeitung, 8. Juli 2017, Seite 23

 

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