Fortbildungen

2019: Lernen voneinander - füreinander 

 

Der im Februar 2019 beginnende Kurs für die Palliative Care Fachweiterbildung Pflege ist bereits voll. Ein weiterer Kurs wird im Herbst 2019 beginnen, Sie finden die Termine hier.

 

Charly & Lotte - Gruppentermine 2019

Die Gruppentreffen finden regelmäßig statt. Eine Teilnahme ist nur möglich nach vorheriger Anmeldung im Büro von C & L. 
Die Termine finden Sie hier

 

 

Wir danken auch für weitere Spenden

Und auch dies erfreute uns sehr...

Willeck-Stiftungen spenden 43.000 Euro an heimische soziale und gemeinnützige Einrichtungen.

Von links: Dieter Emmelius (Förderkreis Lebenshilfe Wetzlar-Weilburg), Reinhold Schmidt (Willeck-Stiftungen), Klaus Schmidt (Willeck-Stiftungen), Wilfried Schlicht (Verein Kloster Altenberg), Hans-Jürgen Will (Willeck-Stiftungen), Thomas Sander (Musikschule Wetzlar), Hans-Peter Heuser (Willeck-Stiftungen), Regine Kießling-Steinhauer (Kinderschutzbund Wetzlar), Carsten Schmidt (Willeck-Stiftungen), Monika Stumpf (Hospiz „Haus Emmaus), Bettina Rath (Alzheimer Gesellschaft) und Simone Scharfe (Albert-Schweitzer Kinderdorf). (Foto: Willeck-Stiftungen)

Rechtzeitig vor Weihnachten gab es von den Werdorfer Willeck-Stiftungen Spenden von 43.000 Euro für soziale, kulturelle und gemeinnützige Organisationen in Wetzlar und Umgebung sowie für Werdorfer Vereine und bedürftige Menschen.

Stellvertretend für eine Vielzahl von Spendenempfängern hatten die Willeck-Stiftungen die Vertreter von 7 Organisationen eingeladen. Die Spendenzusagen wurden vom Vorstandsmitglied Klaus Schmidt und den amtierenden Verwaltungsräten der Stiftungen Reinhold Schmidt, Hans-Jürgen Will, Carsten Schmidt und Hans-Peter Heuser in den Räumen der Steuerberatungssozietät Schmidt & Heuser in Werdorf übergeben.

 

 

 

4000 Euro helfen Charly und Lotte

Gewobau bringt Geld ins Hospiz

Das Projekt „Charly & Lotte“ist das erste professionelle Angebot zur Begleitung trauernder Kinder und Jugendlicher. Jetzt hat die Wetzlarer Wohnungsgesellschaft Gewobau das am Hospiz in Wetzlar angesiedelte Projekt beschenkt. Gewobau-Prokuristin Rita Vogt brachte nach einem Vorschlag der Nassauischen Heimstätte Frankfurt, die Mitgesellschafter der Gewobau ist, eine Spende in Höhe von 4000 Euro ins Hospiz. Der Betrag ist zweckgebunden für das Projekt der Trauerbegleitung für Kinder und Jugendliche. „Charly&Lotte“ wird von Beginn an auch vom Hauptgesellschafter der Gewobau, dem Spar- und Bauverein Wetzlar-Weilburg, finanziell unterstützt.

Die Nachfrage nach Begleitung steigt kontinuierlich. Die Inanspruchnahme ist für betroffene Familien kostenfrei. Wie bei Projekten dieser Art üblich, finanziert sich auch „Charly&Lotte“ ausschließlich aus Sponsoren- und Spendengeldern.

Charly&Lotte hat seit 2014 mehr als 250 betroffene Familien sowie 35 Institutionen begleitet.Ein qualifiziertes Team aus hauptamtlichen und ehrenamtlichen Trauerbegleitern und Therapeuten mit langjähriger Erfahrung steht zur Verfügung und begleitet Kinder, Jugendliche und deren Familien, die einen geliebten Menschen verloren haben.

Wetzlarer Neue Zeitung, 21. Dezember 2018, Seite 9

 

 

 

5000 Euro für die Hospiz-Arbeit

Vertreter der Sparda-Bank überreichen Spende

Rüdiger Orth, Vorstandsmitglied der Sparda-Bank Hessen, hat jetzt eine Spende in Höhe von 5000 Euro für die Arbeit des Hospiz Mittelhessen übergeben. Monika Stumpf, Leiterin des Hospiz Haus Emmaus in Wetzlar, nahm sie zusammen mit dem Vorsitzenden des Förderkreises Professor Dr. Günther Brobmann und dem Vorsitzenden des Kuratoriums Dr. Werner Scherer entgegen.

„Zahlreiche gemeinnützige Institutionen in Hessen, oft allein getragen vom ehrenamtlichen Engagement ihrer Mitglieder, setzen sich Tag für Tag für das Wohl ihrer Mitmenschen ein und verdienen dafür unsere Anerkennung – vor allem auch in der von Zuwendung und Menschlichkeit geprägten Vorweihnachtszeit“, so Orth. Dieser Voraussetzung folgend, übergebe die Sparda-Bank Hessen zum Jahresende 300 000 Euro aus Mitteln ihres Gewinn-Sparvereins an hessische Hilfsorganisationen und -aktionen. Zu diesen gehöre auch das Hospiz Mittelhessen.

„Wenn die Medizin keinen Ausweg mehr weiß, finden schwer kranke und sterbende Menschen sowie deren Angehörige im Hospiz Mittelhessen Halt und den nötigen Trost. Eine Leistung, die man nicht hoch genug anrechnen kann“, so Orth weiter. „Der engagierte Einsatz im Haus Emmaus und die Trauerbegleitung für Familien und Freunde nach dem Tod ihrer Angehörigen zeugen von großer Menschlichkeit und Nächstenliebe und das unterstützen wir gerne“, ergänzte er.

Trauerbegleitung und Förderkreis

Professor Brobmann dankte für die gespendete Summe. Gemeinsam erläuterten die Hospizvertreter die Tätigkeit des Vereins. Dieser habe in den vergangenen fast fünfzehn Jahren die Hospiz- und Palliativakademie, die Trauerbegleitung für Kinder und Jugendliche Charly und Lotte, den Förderkreis und das Kuratorium aufgebaut. 85 000 Euro werden pro Jahr allein für Charly und Lotte aufgebracht und auch für das Haus Emmaus muss der Verein eine große Summe stemmen, da nicht alle Leistungen von Krankenkassen getragen werden. „Deshalb sind wir dankbar, wenn es Menschen wie sie gibt, die unsere Arbeit finanziell unterstützen“, so Dr. Scherer.

Wetzlarer Neue Zeitung, 19. Dezember 2018, Seite 12

 

 

Hilfe durch die Freimauer - 2400 Euro für Hospiz

Einen Spendenscheck über 2400 Euro übergaben Wetzlars Freimaurer an das Hospiz Haus Emmaus. Der Betrag wurde im vergangenen Jahr im Anschluss an monatliche Zusammenkünfte der Logenmitglieder gesammelt und durch das in Berlin ansässige Freimaurerische Hilfswerk aufgestockt.

Gesetzliche Neuregelungen und Herausforderungen im Dialog mit den Kostenträgern stellen die gegenwärtig 24 in Hessen eingerichteten Hospize immer wieder vor neue Herausforderungen.

Das mit acht Gästezimmern eingerichtete Hospiz in der Wetzlarer Spilburg ist so beispielsweise trotz der großen Unterstützung durch einen eigenen Förderkreis auf das jährliche Sammeln von zusätzlichen Spendengeldern in sechsstelliger Höhe angewiesen.

Martin Marx, Meister vom Stuhl und Vorsitzender der Wetzlarer Freimaurerloge, übergab zusammen mit seinem Amtsvorgänger Dr. Walter Staaden den Scheck an Hospizleiterin Monika Stumpf. In einem anschließenden Gespräch informierten sich die Spender über Arbeit und Angebot des Hauses Emmaus und dankten Stumpf für den unermüdlichen Einsatz aller engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Wohle aller Gäste.

Wetzlarer Neue Zeitung, 15.Dezember 2018, Seite 11

 

 

Spende fürs Hospiz - Versicherungsbüro Müller übergibt 500 Euro

Statt Weihnachtsgeschenke für seine Kunden zu kaufen, hat Stefan Müller vom gleichnamigen Versicherungsmaklerbüro in Bonbaden den Warenwert für einen guten Zweck gespendet.

Müller übergab 500 Euro an das Hospiz Haus Emmaus in Wetzlar. Dessen Leiterin, Monika Stumpf, dankte für die Spende. Müller erklärte, er habe vor einigen Jahren selbst ehrenamtlich im Hospiz gearbeitet und wisse aus eigener Erfahrung, dass das Geld dort an der richtigen Stelle ankomme.

 Wetzlarer Neue Zeitung, 17. Dezember 2018, Seite 13

 

 

Bundesverdienstkreuz für Margrit Wille

Mark Weinmeister würdigt das langjährige Engagement von Margrit Wille. (Foto: Hessische Staatskanzlei)

Ärztin engagiert sich in der Hospizarbeit, bei der Katastrophenhilfe und in der Flüchtlingsversorgung

Hessens Europastaatssekretär Mark Weinmeister hat am Dienstag Margrit Wille aus Ehringshausen mit dem vom Bundespräsidenten verliehenen Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik ausgezeichnet.

Mit dieser Ehrung werden aus Anlass des Internationalen Tages des Ehrenamts Margrit Willes langjährige Verdienste in der Hospizarbeit, Katastrophenhilfe und bei der medizinischen Versorgung von Flüchtlingen gewürdigt.

„Sie sind Ärztin und setzen Ihr medizinisches Wissen nicht nur im Beruf, sondern auch ehrenamtlich zum Wohle vieler Menschen ein. Dafür gebührt Ihnen unser Respekt“, sagte Weinmeister bei einer Feierstunde in der Hessischen Staatskanzlei.

Dr. Margrit Wille ist Ärztin. Sie hat an der Justus-Liebig-Universität in Gießen studiert und bis 2011 in Wetzlar eine Praxis für Allgemeinmedizin geführt.

In dieser Zeit begann sie, sich in der Hospizarbeit zu engagieren. Sie arbeitete bis 2011 ehrenamtlich im Hospiz „Haus Emmaus“ in Wetzlar. Neben ihrer ärztlichen Tätigkeit engagiert sie sich in der Hospiz- und Palliativakademie Mittelhessen. Seit der Gründung 2005 unterrichtet sie dort und vermittelt alltagsnahes Praxiswissen. Dabei wird neben ihrer Kompetenz immer wieder ihr wertschätzender Umgang mit anderen Menschen gelobt, so Weinmeister.

Seit 2012 ist Wille im Einsatz für die Hilfsorganisation „humedica e.V.“. Sie hat bereits an neun Missionen als qualifizierte medizinische Kraft teilgenommen. Darunter waren psychisch und physisch schwierige Ersteinsätze in Gefahrengebieten wie auf den Philippinen.

Lob für ihren Teamgeist

Ende 2015 unterstützte sie gemeinsam mit ihrem Mann Dr. Peter Wille das Gesundheitsamt des Lahn-Dill-Kreises in der Außenstelle der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung in Wetzlar. Dort war sie mehrere Monate ehrenamtlich in der Flüchtlingsarbeit tätig und hat sich in der Flüchtlingsunterkunft in Herborn um die Notfall- und Erstversorgung der Menschen gekümmert. Dabei flossen ihre interkulturellen Erfahrungen und Kenntnisse der medizinischen Katastrophenhilfe ein.

Kollegen und Patienten schätzen Willes ausgeprägtes ärztliches Ethos und ihren Teamgeist. (red)

Wetzlarer Neue Zeitung, 5. Dezember 2018, Seite 19

 

 

Mit der Schnecke Nautilus in die Tiefen des Meeres

Kinderbuchautorin Margaret Kopsch trat bei der Vorstellung ihres dritten Buches als Leserin auf.(Foto: Moos)

Kopsch stellt ihr drittes Buch vor

Kinderbuchautorin Margaret Kopsch aus Atzbach hat am Samstag im evangelischen Gemeindehaus Atzbach/Dorlar ihr drittes Buch mit dem Titel „Animal und Hannibal – gefangen in fremden Welten“ vorgestellt.

Die Geschichte dreht sich um die neuen Abenteuer von Animal und Hannibal, die neue fremde Welten erkunden. Was mit einem geheimnisvollen goldenen Schlüssel in einer Vollmondnacht in einem Baumhaus beginnt, endet in der Wüste mit eindrücklichen Erlebnissen, einen düsteren Wüstenfürsten betreffend.

Unterhaltung auf Tanpura und Txta

Die weitere Reise der Kinder führte in eine Unterwasserwelt. Ihr Schiff, die Schnecke Nautilus, bringt sie in die Tiefen des Meeres, wo ihnen furchterregende Wesen begegnen, die ihnen zunächst viel Angst machen. Es ist eine abenteuerliche Geschichte zum Gruseln, aber auch zum Lachen.

Die Lesung von Margaret Kopsch war insofern eine besondere, als dass sie von Christoph Borries auf seiner Tanpura und seiner spanischen Dreilochflöte Txta musikalisch begleitet wurde.

Schön war auch, dass die kleine Fenja das Lied „Weißt du wieviel Sternlein stehen“ vortrug und zwei weitere junge Damen, Evelyn und Denise, mit einer Tanzdarbietung erfreuten.

Den Erlös des Vorleseabends, Spenden und Einnahmen aus dem Verkauf von Plätzchen und Getränken in Höhe von 250 Euro, wird die Autorin an den Hospizverein Mittelhessen für das Projekt „Charly und Lotte“ der Trauerbegleitung für Kinder und Jugendliche spenden. Dazu kommen noch 500 Euro, die die Autorin bei einem runden Geburtstag von ihren Gästen geschenkt bekam.(moo)

Wetzlarer Neue Zeitung, 4. Dezember 2018, Seite 16

 

 

Kunden zeigen Herz - dm-Märkte spenden 1600 Euro

Die stolze Summe von 1600 Euro kam für das Projekt „Charly & Lotte“ – Trauerbegleitung für Kinder und Jugendliche – zusammen.(Foto: privat)

Die Wetzlarer dm-Märkte unterstützen das Projekt „Charly & Lotte“ – Trauerbegleitung für Kinder und Jugendliche – mit 1600 Euro aus der Aktion „Herz zeigen“.

Helfer-Herzen“ ist die dm - Initiative, die engagierte Menschen würdigt und ihnen eine Plattform schenkt. Jeder dm-Markt stellte zwei Organisationen zur Abstimmung, die in der offiziellen Woche des bürgerschaftlichen Engagements durch „Herz zeigen“ unterstützt werden konnten. „Charly & Lotte“ wurde in Wetzlar von den dm-Märkten Westend und Forum als Projekt vorgestellt. Viele Menschen zeigten Herz, so dass die stolze Summe von 1600 Euro übergeben werden konnte.

Seit 2014 bietet die gemeinnützige Hospiz-Mittelhessen GmbH die Trauerbegleitung an. Das Angebot von „Charly & Lotte“ hilft betroffenen Kindern und Jugendlichen in Mittelhessen sowie deren Familien, den Mut und die Kraft für das Leben wieder neu zu finden. Das Projekt finanziert sich ausschließlich über Spenden.(red)

Wetzlarer Neue Zeitung, 30. November 2018, Seite 42

 

 

Erwin Claudi spendet 5000 Euro - Brandoberndorfer will helfen

Monika Stumpf (l.) und Stephanie Wagner (r.) freuen sich über 5000 Euro, die Erwin Claudi dem Hospiz spendete. (Foto: Pöllmitz)

Erwin Claudi aus Brandoberndorf hat 5000 Euro an das Hospiz „Haus Emmaus“ in Wetzlar gespendet.

Ich hatte in meinem Leben viel Glück und Menschen, die mir geholfen haben, und möchte jetzt ein wenig davon zurückgeben, indem ich etwas Gutes tue“, sagte Erwin Claudi. Er hilft damit dem „Haus Emmaus“ ein großes Stück weiter, da hier mehr als 100 000 Euro pro Jahr an Eigenleistung erbracht werden müssen, damit die Einrichtung ihre Gäste in der gewünschten Form betreuen kann. „Wir sind Herrn Claudi sehr dankbar für die große Summe und freuen uns über die herzliche Zuwendung“, so Hospizleiterin Monika Stumpf, die das Geld mit Pflegedienstleiterin Stephanie Wagner entgegennahm. (hpz)

Wetzlarer Neue Zeitung, 29. November 2018, Seite 11

 

 

12. Hospizforum - Wenn ein geliebter Mensch stirbt

Trauerbegleiterin Barbara Kieferle-Stotz hatte für ihren Vortrag einen Werkzeugkasten mit verschiedenen Gegenständen mitgebracht. Damit warnte sie vor falschen Reaktionen. So zeigte sie eine Säge mit der Aufschrift „Lass los!“(Fotos: Rühl)

Die Trauer um einen Angehörigen kann Hinterbliebene krank machen

Von Lothar Rühl


Welche Folgen der Tod eines nahen Angehörigen hat – damit befasste sich das 12. Hospiz-Forum der Hospiz-Palliativ-Akademie Mittelhessen.

Prof. Dr. Günther Brobmann, Vorsitzender des Förderkreises Hospiz Mittelhessen, konnte rund 100 Besucher zu der Fort- und Weiterbildung in Wetzlar begrüßen. Mit dem Thema „Ist Trauer (k)eine Krankheit?“ wolle man darauf hinweisen, dass es Menschen gibt, bei denen es nach einem solch traumatischen Erlebnis zu Depressionen kommt.

Bürgermeister Harald Semler lobte in seinem Grußwort die Hospiz-Palliativ-Akademie dafür, dass sie sich des Themas annehme und Menschen in dieser schweren Situation begleite.

Eine Einführung ins Thema gaben Dr. Eckart Stotz, Arzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie aus Karlsruhe, und dessen Ehefrau, die Trauerbegleiterin Barbara Kieferle-Stotz.

Eckart Stotz berichtete, dass die internationale statistische Klassifikation der Krankheiten (ICD) von der Weltgesundheitsorganisation im nächsten Jahr um die „anhaltende Trauerstörung“ erweitert werden soll. Dahinter stehe die Erkenntnis, dass manche Trauernde nicht über den Verlust eines geliebten Menschen hinwegkommen und oft in Depressionen verfallen.

Mit der ICD-Klassifizierung könnten Ärzte künftig eine Diagnose stellen und Patienten eine Psychotherapie verordnen. Der Neurologe führte aus, dass die krankhafte Trauerstörung mit Angst und depressiven Reaktionen gemischt auftrete könne. Aber auch andere Gefühle könnten gestört sein sowie das Sozialverhalten. Häufig träten Aggressionen auf, und Betroffene litten unter Weinkrämpfen.

Aber auch versteckte Trauer mit körperlichen Beschwerden wie Kopf- und Magenschmerzen seien Indizien. Wenn Trauer in psychische oder körperliche Erkrankung übergehe, seien Depressionen sowie Angst- und Panikstörung die Folge.

Auch Süchte, der Missbrauch von Alkohol, Nikotin und Medikamenten, könnten auftreten. Hauptsymptome seien depressive Stimmung, Interessensverlust, Freudlosigkeit, Antriebsmangel sowie erhöhte Ermüdbarkeit. Als Nebensymptome nannte der Mediziner verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit. Der Depressive werte sich selbst ab. Er entwickele Gefühl von Schuld und Wertlosigkeit und fühle sich zudem selbst schuld an seinem schlechten Zustand.

Das führe zu negativen und pessimistischen Zukunftsperspektiven, Schlafstörungen und Appetitmangel bis hin zu Suizidgedanken. Bei manchen trete der Wunsch auf, dem Verstorbenen zu folgen. Er wolle nicht mehr länger leiden müssen.

Loslassen ist ein gut gemeinter Rat, der Betroffenen in ihrer Trauer aber oft nicht hilft

Dr. Stotz ging auch auf Medikamente ein, die in solchen Fällen helfen können. Diese reichen von Schlafmitteln bis hin zu Tranquilizern (Beruhigungstabletten), die schnell wirken, aber langfristig abhängig machen können. Besser seien Neuroleptika, die diese Wirkung nicht hätten. Schließlich empfahl er auch Antidepressiva, die den Schlaf fördern könnten. „Bei richtiger Anwendung sind Medikamente ein Segen und können helfen, aus der Depression wieder herauszukommen.“

Trauerbegleiterin Barbara Kieferle-Stotz berichtete, dass sich Kindergartenleitungen an sie wenden, weil sie nicht wissen, wie sie mit den Kindern und deren Angehörigen umgehen sollen, wenn ein Elternteil plötzlich stirbt.

Anhand eines Werkzeugkastens mit verschiedenen Gegenständen warnte sie vor falschen Reaktionen. So zeigte sie eine Säge mit der Aufschrift „Lass los!“. Dies sei oft ein gut gemeinter Rat, der den Betroffenen in ihrer Trauer aber nicht helfe. Auch zeigte sie die Tränchen-Puppe, mit der Kinder in der Trauer angesprochen werden können. Kieferle-Stotz wies auch auf ihre guten Erfahrungen hin, die sie mit Trauer-Cafés gemacht hat. Sie führt ein solches Café auf dem Hauptfriedhof in Karlsruhe. Es sei ein offenes Angebot für Angehörige.

Prof. Brobmann und Monika Stumpf, Geschäftsführerin und Leiterin des Hospizes Haus Emmaus, stellten die sogenannte Herzbox vor. Sie soll im Rahmen von „Charly & Lotte“, der Trauerbegleitung für Kinder und Jugendliche, eine neue Möglichkeit geben, um mit dem Tod eines geliebten Menschen umzugehen.

Wetzlarer Neue Zeitung, 8. November 2018, Seite 12

 

Eine Box hilft in der Trauer

Trauerbegleiterin Carmen Storbakken (v. l.), Michelle Schulz, Petra Gießler, Monika Stumpf, Dr. Martin Nörber und Elisabeth Terno mit der „HerzBox“ und deren Inhalt, die in der Trauerbegleitung, aber auch in der Öffentlichkeitsarbeit zum Einsatz kommen sollen.(Foto: Pöllmitz)

Neues Hospiz-Projekt ist Teil von „Charly & Lotte“

Das Hospiz Mittelhessen will mit einem neuen Projekt trauernde Menschen begleiten, unterstützen und Trost spenden. „HerzBox“ heißt die Aktion, die jetzt vorgestellt worden ist.

In der Hospiz- und Palliativakademie hieß Monika Stumpf, Geschäftsführerin und Leiterin des Hospizes Haus Emmaus, zur Präsentation der „HerzBox“ viele Gäste willkommen.

Im Rahmen von „Charly & Lotte“, der Trauerbegleitung für Kinder und Jugendliche, ist eine neue Möglichkeit geschaffen, um mit dem Tod eines geliebten Menschen umzugehen. Die „HerzBox“ ist ein hölzernes Kästchen, das individuell gestaltet werden kann, Platz für Erinnerungsstücke, für persönliche Schätze und andere Gegenstände bietet. Die „HerzBox“ dient gleichermaßen der Trauerbegleitung wie der Öffentlichkeitsarbeit, vor allem in Schulen und Kindergärten.

Es geht um die Unterstützung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, die einen geliebten Menschen verloren haben. Die „HerzBox“ ermöglicht auf unterschiedlichste Art und Weise, wertvolle Erinnerungen an einen verstorbenen Menschen aufzubewahren.

Das Projekt konnte nur durch die Förderung des hessischen Sozialministeriums realisiert werden und ist dadurch für die betroffenen Menschen kostenlos. „Es ist schön, dass es Menschen gibt, die eine Idee bis zur Realisierung begleiten und sie immer neu mit Leben füllen“, sagte Elisabeth Terno von der Koordinations- und Ansprechstelle für Dienste der Sterbebegleitung. Sie hatte das Team in Wetzlar bestärkt, das neue Projekt zu starten. „Sie überlegen ständig, was noch nötig ist und gebraucht wird, wobei es Ihnen um das Ganze geht“, lobte Terno.

Martin Nörber vom Sozialministerium lobte ebenfalls das Engagement des Teams in Wetzlar. Gerade für junge Menschen stehe meist der Tod noch fernab. „Die HerzBox gefällt mir besonders, weil sie nicht nur für Betroffene konzipiert wurde, sondern auch im pädagogischen Bereich eingesetzt werden kann“, sagte Nörber.

Das Team von „Charly & Lotte“ begleitet derzeit 33 Familien und 45 Kinder

Petra Gießler, Koordinatorin bei „Charly und Lotte“, stellte die Arbeit des zehnköpfigen Trauerbegleitungsteams vor, das derzeit 33 Familien und 45 Kinder einzeln oder in der Gruppe begleitet. „Austausch ist wichtig; zu sehen, dass Trauer etwas Normales ist und es andere Kinder und Jugendliche in der gleichen Situation gibt“, erzählte die erfahrene Trauerbegleiterin.

Einmal im Monat finden die Treffen der Kinder und Eltern parallel statt und neben einer Kunsttherapiegruppe werden auch noch zehn Kinder zu Hause begleitet. „Wichtig ist die Öffentlichkeitsarbeit in Schulen und Kitas“, sagte Gießler.

Zu den Höhepunkten gehörte ein Tag mit allen Familien im Outdoor-Center Lahntal, wo der Austauschbedarf deutlich wurde. Dies habe Mut gemacht und Perspektiven eröffnet. „Unsere Angebote sind kostenlos und werden durch Spenden finanziert“, sagte Gießler.

Monika Stumpf erklärte, wie wichtig die „HerzBox“ vor allem für trauernde Kinder sein kann. „Erwachsene können Trost und Hoffnung gedanklich finden – Kinder müssen etwas werkeln, verwahren, verstecken, Geheimnisse haben, Schätze von den Verstorbenen sammeln.“

Michelle Schulz hat sich in ihrem Anerkennungsjahr intensiv mit der „HerzBox“ beschäftigt und stellte die Kistchen und deren Inhalt vor. Ikea hat für die ersten Boxen Acrylfarben zur Gestaltung geschenkt. Eine Schatzkarte dient quasi als Betriebsanleitung, wie Schulz erzählte.

Dann gibt es das Herzbüchlein, in das ein Foto des Verstorbenen eingeklebt und persönliche Daten eingetragen werden können. Außerdem kann man Wunschstäbe basteln, mit denen man gute Wünsche mit auf den Weg geben kann, es gibt einen Bleistift, Postkarten, eine Lichttüte, Taschentücher, Charly und Lotte-Sticker und Süßigkeiten als Seelentröster. „Unser Wunsch ist es, die HerzBox bekannt zu machen, damit sie vielen Menschen ein treuer Begleiter durch die Trauer sein kann“, sagte Monika Stumpf.

Wetzlarer Neue Zeitung, 15. August 2018, Seite 12

 

 

„Scharly“ erobert die Frauenhälse

"Scharly“ ist in rosa und blau zu haben, allerdings je nur 250 Stück. Der Erlös aus dem Verkauf wird vollständig gespendet. (Foto: Pöllmitz)

 

Benefiz - Lions-Damen gestalten einen Schal

(von Heike Pöllmitz)

Immer für eine gute Idee zu haben sind die 26 Damen des Fördervereins des Lions-Clubs Wetzlar Charlotte Buff. Mit „Scharly“ haben sie ein Benefiz-Produkt für ihr Projekt „Charly und Lotte“ entworfen.

Unter dem Motto „Blind Date mit Scharly“ präsentierten sie das limitierte Produkt, mit dem sie einmal mehr das von ihnen 2012 ins Leben gerufene Projekt unterstützen wollen, in dessen Fokus die Trauerbegleitung für Kinder und Jugendliche im Hospiz Mittelhessen „Haus Emmaus“ steht. Seither finanziert der Club dieses Projekt zu großen Anteilen durch den Verkauf selbst entworfener Produkte durch seinen Förderverein.

Vize-Präsidentin Stephanie Steen hieß die Gäste in authentischer Kulisse im Lottehof zur Präsentation willkommen. Sie erklärte, alle zwei Jahre würde ein neues Produkt entworfen. Nach T-Shirt, Perlenarmband und Pompidou sei etwas Besonderes entstanden: „Lassen Sie sich von etwas Wunderbarem einwickeln“, forderte Steen auf und gab damit das Startzeichen für eine kleine Modenschau, mit der einige Clubmitglieder den seidigen Begleiter – einen Schal – vorstellten.

„Er sollte elegant sein, farbenfroh, vielseitig und aus gutem Hause. Einzigartig und edel – wie für mich gemacht“, ließen die Lions-Damen in der Einladung Charlotte Buff selbst zu Wort kommen. Stefanie Gold und Isa Balzer von der Planungsgruppe lieferten die nötigen Informationen zu dem Seidenschal. Aus „Schal“ und „Charly“ entstand „Scharly“, dessen Optik die freie Grafikerin Isa Balzer individuell für den Club gestaltete. Der Entwurf wurde in Italien auf die Seide gedruckt und dann in der Krawatten- und Fliegenmanufaktur Ploenes in Krefeld geschnitten und gefaltet.

Auf T-Shirt, Perlenarmband und Pompidou folgt jetzt der Schal für den guten Zweck

In einer einzigartigen Kartonage, auf der das Konterfei Charlotte Buffs abgebildet ist, gibt es die Geschichte und Pflegehinweise für Scharly und Tipps, wie man ihn tragen kann: ob im Haar, um den Hals, als Armband oder an der Handtasche. „Ich hoffe, er ist auch für Sie die Liebe auf den ersten Blick“, warb Stefanie Gold.

„Scharly“ ist in rosa und blau zu haben, allerdings je nur 250 Stück, und kostet 35 Euro, die zu 100 Prozent dem guten Zweck zu Gute kommen, Kindern und Jugendlichen nach dem Verlust eines geliebten Menschen einen Anlaufpunkt zu geben, wo sie eine geschützte, vertrauensvolle Umgebung finden.

Aus der einstigen „Charity Charlotte“ ist „Charly und Lotte“ geworden und es konnte schon viel erreicht werden: Mit dem Verkauf von 500 T-Shirts und einem Reinerlös von 10 000 Euro wurde das Projekt „Trauerbegleitung für Kinder und Jugendliche“ erfolgreich gestartet. Inzwischen konnten Mitarbeiter des Hospizes „Haus Emmaus“ eine fachgerechte Ausbildung erhalten und mit der Kinderseelsorge beginnen.

Nun soll sich „Scharly“ in die Erfolgsgeschichte einreihen. Er ist zum einen bei Renée Arabin im Kosmetik-Institut Rebekar, Lahnstraße 25, und zum anderen bei Petra Staubach-Triller in der Juwelierschmiede, Silhöfer Straße 7, zu bekommen.

Wetzlarer Neue Zeitung, 4. Juli 2018, Seite 12 

 

 

 

 

 

 

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